US-Mobilfunkkonzern muss Milliarden abschreiben
Sprint Nextel macht rekordverdächtigen Verlust

Der fusionierte US-Mobilfunkkonzern Sprint Nextel ist nach einer gigantischen Wertberichtigung von rund 30 Mrd. Dollar tief in die roten Zahlen gerutscht. Das Unternehmen musste fast den kompletten Kaufpreis für die frühere Nextel Communications abschreiben.

HB OVERLAND PARK. Unter dem Strich stand dadurch für 2007 ein Jahresverlust von 29,6 Mrd. Dollar (19,6 Mrd. Euro) - einer der größten der US-Firmengeschichte. Die Dividende werde bis auf weiteres gestrichen, gab der Konzern am Donnerstag bekannt.

Unterdessen verliert der problembeladene Anbieter immer mehr wertvolle Kunden mit Dauerverträgen. Der Rückgang beschleunigte sich zuletzt. Der Konzernumsatz fiel im Schlussquartal um fast sechs Prozent auf 9,8 Mrd. Dollar. Im Gesamtjahr erlöste Sprint Nextel mit 40,1 Mrd. Dollar vier Prozent weniger als 2006. Die Aktie reagierte mit einem heftigen Kurssturz. Sie verlor zum Handelsstart über zwölf Prozent auf rund 7,80 Dollar. Seit Jahresmitte 2007 ist Sprints Börsenwert damit um fast zwei Drittel gefallen. Sprint Nextel ist der drittgrößte US-Mobilfunkanbieter.

Eine Überprüfung hatte ergeben, dass die in den Büchern stehende Summe den tatsächlichen Wert des 2005 gekauften Firmenteils bei weitem überstieg. Der drittgrößte Mobilfunkanbieter der USA hatte vor dem Buchverlust bereits kürzlich gewarnt. Im vierten Quartal 2007 lag das Minus bei 29,5 Mrd. Dollar im Vergleich zu einem Plus von 261 Mill. Dollar ein Jahr zuvor. Im Gesamtjahr 2006 hatte Sprint Nextel einen Gewinn von 1,3 Mrd. Dollar erzielt.

Auch mehr als zwei Jahre nach der Fusion der beiden Unternehmen Sprint und Nextel gestaltet sich die Integration weiter schwierig. Der Konzern mit Sitz in Overland Park (US-Staat Kansas) tauschte erst vor kurzem seinen Chef aus und kündigte den Abbau von 4 000 Stellen sowie die Schließung zahlreicher Läden an.

Um den Kundenschwund zu stoppen kündigte der seit Mitte Dezember amtierende Konzernchef Daniel Hesse ein neues Pauschalangebot für 100 Dollar an, das auch Datendienste wie E-Mail umfasst. Ähnliche Pakete hatten erst vergangene Woche die US-Branchenführer At&T und Verizon vorgestellt. Die Telekom -Tochter T USA, -Mobile Nummer vier im Markt, war sogleich nachgezogen.

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