US-Mobilfunkmarkt im Umbruch
AT&T will sich Vodafone schnappen

Nach dem möglichen milliardenschweren Ausstieg von Vodafone aus dem Mobilfunk-Joint-Venture mit Verizon, kündigte am Freitag der größte US-Telefonkonzern AT&T Interesse an Vodafones Mobilfunksparte an.
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New York/DüsseldorfDer US-Telekommunikationsmarkt steht am Wendepunkt: Nach dem möglichen Ausstieg von Vodafone aus dem Mobilfunk-Joint-Venture mit Verizon in den USA bekundet AT&T Interesse an Vodafone. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg in Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Während am Donnerstag bekannt wurde, dass Europas größter Telekomkonzern Vodafone mit dem US-Telekomkonzern Verizon über den Verkauf seines Anteils am Gemeinschaftsunternehmen Verizon Wireless verhandele – es könnte einer der größten Deals der Wirtschaftsgeschichte werden.

Mit einer Übernahme von Vodafone seitens AT&T würde sich der US-Mobilfunkmarkt völlig verändern. Mit rund 169 Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr 2012 könnte AT&T als größter US-Telefonkonzern seine Marktmacht weiter ausbauen. Das Unternehmen liefert sich mit Verizon seit Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Vorherrschaft auf dem Markt. AT&T liegt im Marktanteil nur drei Prozent vor Konkurrent Verizon Wireless.

Für den 45-prozentigen Anteil des britischen Telekommunikationskonzerns Vodafone bietet Verizon rund 130 Milliarden US-Dollar, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg und das „Wall Street Journal“ am Donnerstag unter Berufung auf Finanzkreise berichteten. Nun geraten die Briten selbst ins Visier von Käufern.

Laut Analyst Robin Bienenstock von Sanford Bernstein könnte die Transaktion für etwa 124 Milliarden Dollar erfolgen. Der größte US-Mobilfunkanbieter schaue allerdings nur auf das Mobilfunk-Geschäft von Vodafone, sagte eine der befragten Personen. Sollte Vodafone jedoch massiv in Kabeldienste und das Festnetz investieren, würde dies AT&T abschrecken. Genau dies plant allerdings Vodafone, die beispielsweise Kabel Deutschland für knapp elf Milliarden Euro übernehmen.

Noch ist unklar, ob überhaupt eine Einigung mit Vodafone und Verizon zustande kommt. Bereits in der ersten September-Woche könnte das Übernahmeangebot publik gemacht werden, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person zur Nachrichtenagentur Reuters. Sollten die Konzerne dieses Mal wirklich getrennte Wege gehen, wäre es die drittgrößte Unternehmensübernahme überhaupt. Mit dem frischen Geld in der Kasse könnte Vodafone vor allem sein Europa-Geschäft stärken. Das erhöht gewaltig den Druck auf Konkurrenten wie die Deutsche Telekom.

Verizon sucht schon seit Jahren nach Wegen, um den ungeliebten Partner loszuwerden. Ein Sprecher wollte sich zu den Berichten nicht äußern. Die Aktien von Vodafone schnellten nach der Nachricht an der Londoner Börse in der Spitze um neun Prozent nach oben auf den höchsten Stand seit zwölf Jahren – die Verizon-Titel legten in New York 2,6 Prozent zu.

Seit mehr als einem Jahrzehnt betreiben Verizon und Vodafone gemeinsam das erfolgreiche Mobilfunkunternehmen. Im Gegenzug für die geplante Komplettübernahme werde das US-Unternehmen umgekehrt Vodafone seinen 23-prozentigen Anteil an Vodafone Italia im Wert von rund 4 Milliarden Euro zurückgeben, hieß es laut den Insidern.

Der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte ein Insider, dass Verizon bereits mit Banken über die nötigen Milliardenkredite spreche. Auch in den Verkaufsverhandlungen habe das Telekommunikationsunternehmen nach Angaben von Informanten schon erste Details ausgearbeitet. So will der US-Gigant für den Anteil mit einer Mischung aus Aktienvermögen und Bargeld zahlen. Für die Bargeld-Komponente würde sich Verizon möglicherweise 50 Milliarden Dollar oder mehr leihen, sagen die Insider.

dpa 
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Carina Kontio ist Redakteurin im Ressort Unternehmen & Märkte.
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  • in der kurzinfo steht der satz

    "Am Ende dieser Neuordnung stehen eine Handvoll globaler Konzerne."


    fallt ihnen in die arme
    versalzt ihnen die suppe
    es muss in die hosen gehen

  • die Briten: Vodafone(GB) zieht sich aus den USA zurück, bekommt 130 Mrd., und will mehr in Netze auch in Europa investieren, z.B Kabel Deutschland 11 Mrd. Der Deal von Kabel BW mit Unitymedia ist geplatzt. Die Briten sind durch ihr Anzapfen von Kabeln und ihrer Zusammenarbeit mit der NSA und Vorratsdatenspeicherung bekannt. Wir sollten verhindern das die Briten vorerst keine Netze in Europa kaufen dürfen, auch wenn sie viel Geld aus dem Deal haben. Zudem sollten Internetdienstleister hier aktiv werden, Errichtung von Rechenzentren. Verstärkt sollte Open Source Software in Anwendung kommen. Verschlüsselung sollte Standard sein.

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