US-Mobilfunkriese
AT&T profitiert von geringen iPhone-Verkäufen

Mit einem unerwartet kräftigen Gewinnplus konnte AT&T überraschen. Der Mobilfunkriese verdiente ausgerechnet deshalb so gut, weil das iPhone-Geschäft nicht richtig anlief.  
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New YorkDer US-Mobilfunkriese AT&T verdient mehr, weil er weniger iPhones verkauft. Nach der Enttäuschung über die gescheiterte Übernahme der US-Tochter der Deutschen Telekom konnte der amerikanische Branchenzweite am Dienstag mit einem unerwartet kräftigen Gewinnplus im ersten Quartal von fünf Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar überraschen.

Hintergrund ist, dass der Konzern zwar weniger Mobilfunkverträge mit dem Kundenköder iPhone verkaufte, aber dadurch auch die hohen Subventionen für die teuren Apple-Geräte herunterfahren konnte. Dadurch blieb unter dem Strich mehr Geld in der Kasse. Der Umsatz stieg binnen Jahresfrist um knapp zwei Prozent auf 31,8 Milliarden Dollar.

Die beiden führenden US-Mobilfunkanbieter Verizon Wireless und AT&T hatten zuletzt ihre Kundenanreize für Vertragsverlängerungen eingeschränkt, weil die kräftigen Subventionen vor allem für das neue iPhone die Geschäftsergebnisse Ende vorigen Jahres belasteten. Das führt zwar zu einem langsameren Kundenwachstum, hilft aber dank besserer Margen zugleich dem Gewinn auf die Sprünge.

So schnellte die Umsatzrendite bei AT&T auf 41,6 von 28,7 Prozent nach oben. Wenn ein Bestandskunde im Gegenzug für ein neues iPhone seinen Vertrag verlängert, nagt das in der Regel am Gewinn. Denn der Kunde beschert dem Anbieter nicht unbedingt einen höheren Umsatz, aber das neue Gerät macht eine weitere Zahlung an Apple erforderlich. Neukunden dagegen schieben den Umsatz direkt an.

So AT&T verkaufte im abgelaufenen Quartal nur noch 4,3 Millionen iPhones. In den vorangegangenen drei Monaten waren es noch 7,6 Millionen. Der Anteil der Kunden, die ein neues Gerät bestellten, ging auf sieben Prozent von zwölf Prozent im Vorquartal und 8,9 Prozent vor einem Jahr zurück.

Der Kurswechsel bei AT&T ist für die Smartphone-Hersteller Experten zufolge eine schlechte Nachricht. Denn weil auch andere Hersteller so handeln, sei die Gefahr von Kundenwechseln gering, sagte Analyst Steve Clement von Pacific Crest. „Es wird interessant, wie die Leute beim nächsten iPhone-Update reagieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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