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04.04.2008 

„Ich sehe der Entwicklung von Craigslist in Deutschland eher gelassen entgegen, “ sagt Fuhrmann. „Dieses Phänomen kommt für deutsche Zeitungen nicht überraschend. Daher haben viele Verlage schon vor drei oder vier Jahren begonnen, selber kostenlose Marktplätze zur Verfügung zu stellen“. Craigslist ist auch nicht der erste Anbieter aus dem Internet, der in einem Terrain wildert, das traditionell den Zeitungen gehörte.

So versucht Ebay-Tochter Kijiji seit 2005 mit einem ähnlichen Konzept Marktanteile in Deutschland zu gewinnen. Auch an Craigslist ist Ebay mit 25 Prozent beteiligt. Wettbewerb zwischen beiden Portalen gäbe es aber keinen, teilte Kijiji-Geschäftsführer Heiner Kroke mit: „Ich sehe es sehr positiv, dass Craigslist in den deutschen Markt eingeführt wird. Das unterschiedliche Design der Seiten kann verschiedene Nutzergruppen ansprechen“, sagte er. Craigslist fällt durch eine sehr einfach gehaltene Bedieneroberfläche ohne viel optischen Schnickschnack auf und sei aus diesem Grund „eher technisch versierten Usern zugänglich“.

Für die Zeitungen lautet eine Strategie, um den Wettbewerbern aus dem Netz Paroli zu bieten, Kooperation. Gemeinsam bemühen sich viele deutsche Verlage, die an das Internet verlorenen Marktanteile, zurück zu erobern. Das Austrocknen der Kleinanzeigen in den verlagseigenen Zeitungen wird dabei bewusst in Kauf genommen.

„Markt.de“, eine Kooperation der Verlage Ippen, WAZ und Holtzbrinck, ist das Onlineangebot des größten Verbunds deutscher Kleinanzeigen. Dessen Geschäftsführer, Sang-Woo Pai, zeigte sich kaum beeindruckt von der Konkurrenz aus den USA: „Wir kennen die Marktmechanismen. Nur weil ein Portal in Amerika erfolgreich ist, funktioniert es nicht zwingend auch in Deutschland“. Eine andere bedeutende Plattform, die in diesem Zusammenhang entstanden ist, nennt sich „kalaydo.de“. Bei „kalaydo.de“ handelt es sich um ein gemeinsames Anzeigenportal rheinländischer Medien. Zu den beteiligten Zeitungen gehören unter anderem der „Kölner Stadt-Anzeiger“, der „Express“, die „Rheinische Post“ und die „Westdeutsche Zeitung“.

Sowohl „Markt.de“ als auch „kalaydo“ sind, mit zwei bzw. einer Millionen Besucher im Monat, nach Aussage des BDZV-Sprechers sehr erfolgreich. Trotzdem „muss Craigslist als Wettbewerber ernst genommen werden“, schließlich werde mit identischen Produkten um die gleichen Kunden geworben. Die Plattformen der Zeitungsverlage haben allerdings nach Meinung des Sprechers den „Riesenvorteil, dass sie das Vertrauen der Bürger in den Regionen genießen.“

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Wie Craigslist den deutschen Markt sieht

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