US-Server-Spezialist
Sun wehrt Avancen von IBM ab

Die Übernahme des angeschlagenen Server-Spezialisten Sun Microsystems durch IBM liegt vorerst auf Eis. Wie aus Unternehmenskreisen bekanntwurde, hat Sun ein rund sieben Mrd. Dollar schweres Übernahmeangebot des US-Technologieriesen abgelehnt. Das Spiel ist jedoch riskant und der Einsatz von Sun hoch - wie der Blick auf die Aktie zeigt.

NEW YORK/FRANKFURT. Die Übernahme des IT-Konzerns Sun Microsystems durch IBM liegt vorerst auf Eis. Wie aus Unternehmenskreisen bekanntwurde, hat Sun ein rund sieben Mrd. Dollar schweres Übernahmeangebot des US-Technologieriesen abgelehnt. Zuvor hatte IBM nach Informationen amerikanischer Medien sein Kaufangebot von elf US-Dollar je Aktie auf zuletzt 9,40 Dollar gedrückt. Nach dem Korb des Sun-Verwaltungsrates habe IBM seinerseits sein Angebot zurückgezogen. Offiziell wollten die Firmen den Vorgang nicht kommentieren.

Mit der Transaktion vertraute Personen sprachen davon, dass Sun neben der Preisfrage vor allem mit den zu lockeren Vertragsbedingungen unzufrieden gewesen sei und daher die exklusiven Verhandlungen abgebrochen habe. Bei möglichen Problemen etwa von kartellrechtlicher Seite hätten IBM in den Augen der Sun-Spitze zu viele Optionen offengestanden.

Nach Berechnungen der Marktforscher der Gartner Group besitzt IBM bei Hochleistungs-Servern einen Marktanteil von 36 Prozent, Sun kommt auf 28 Prozent. Zusammen würden IBM und Sun also rund zwei Drittel dieses Marktes beherrschen. Das Veto, zumindest aber harte Auflagen der Kartellhüter wären damit programmiert.

Ob die im letzten Monat gestarteten Verhandlungen endgültig vor dem Aus stehen, ist derzeit unklar. In Branchenkreisen wird darauf verwiesen, dass solche Ablehnungen häufig Teil des üblichen Pokers um die Übernahmekonditionen seien. Beide Konzerne stehen nach Angaben aus dem Unternehmensumfeld noch in Kontakt.

Allerdings ist der Einsatz von Sun hoch und das Spiel riskant. Die Diskussion über die Übernahme hatte der Sun-Aktie im letzten Monat zu Kurssprüngen von rund 80 Prozent verholfen. An der Börse war Sun in der vergangenen Woche etwa sechs Mrd. Dollar (4,5 Mrd. Euro) wert. Scheitern die Verhandlungen, könnte der Aktienkurs wieder immens an Wert verlieren und zu seiner ursprünglichen Bewertung von etwa vier Dollar je Aktie zurückkehren. Bereits am Montag brachen die Sun-Papiere im frühen US-Handel um 23 Prozent ein.

Zudem weckt die Situation Erinnerungen an die gescheiterte Übernahme des Internet-Unternehmens Yahoo durch Microsoft. Anfang 2008 hatte der damalige Yahoo-Chef Jerry Yang eine 44 Mrd. Dollar schwere Offerte des Software-Riesen abgelehnt. Yang glaubte, alternative Bieter finden zu können, die den seiner Meinung nach höheren Wert des Unternehmens zu schätzen wüssten. Die Hoffnung zerschlug sich aber, Yang musste seinen Hut nehmen.

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