US-Softwarekonzern
Rezession trifft Microsoft mit Wucht

Dem weltgrößten Softwarekonzern Microsoft machen die Wirtschaftskrise und die Flaute am PC-Markt weit drastischer zu schaffen als erwartet. Der Gewinn brach im vierten Geschäftsquartal fast um 30 Prozent ein, der Umsatz fiel um mehr als 17 Prozent. Die Microsoft-Aktien gaben nachbörslich deutlich nach.

DÜSSELDORF. Der Aktienmarkt quittierte am Freitag über Erwarten schlechte Quartalszahlen von Microsoft mit Kursabschlägen von fast neun Prozent. War das der Anfang vom Ende Microsofts? Oder doch die Talsohle, von der aus es nach oben geht? Es gibt gute Argumente für beide Szenarien.

Der Umsatz war im Juni-Quartal um 17 Prozent auf 13,1 Mrd. Dollar eingebrochen und lag noch eine Mrd. Dollar unter den Erwartungen. Das Nettoergebnis kollabierte um 29 Prozent auf drei Mrd. Dollar. Besonders schlimm hatte es die Windows-Sparte erwischt und die „Cash-Cow“ Business-Software. Unternehmen hatten angesichts der Wirtschaftskrise den Kauf neuer Rechner und Software verschoben. Für das Geschäftsjahr zum 30. Juni 2009 musste die Gates-Company erstmals seit 23 Jahren ein Umsatzminus ausweisen – und zwar um zwei auf 58 Mrd. Dollar (rund 41 Mrd. Euro).

„Die Zahlen waren einfach jämmerlich“, kommentiert Warren Wilson, Microsoft-Spezialist beim Technologie-Berater Ovum in London. Er fügt aber hinzu: „Es hätte noch viel schlimmer kommen können.“ Was er Microsoft-Chef Steve Ballmer anrechnet, ist die schnelle und konsequente Kostensenkung um 750 Mio. Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal. Microsoft hatte erstmals in seiner Geschichte tausende Mitarbeiter entlassen. Wie wird es weiter gehen? „Irgendwann werden die Unternehmen wieder ihre Infrastruktur erneuern müssen“, ist Wilson sicher. Und dann – Ovum schätzt Mitte 2010 – habe der Riese das Zeug, um durchzustarten.

Alle Kernprodukte werden in den nächsten Monaten erneuert. Im Oktober kommt „Windows 7“, von Analysten und Medien hoch gelobt, sowie im ersten Halbjahr 2010 ein runderneuerte Office-Paket. Bei den Smartphones wird ein komplett neues Windows Mobile 7 den Kampf mit Apples iPhone wieder aufnehmen. Die Web-Suchmaschine „Bing“ konnte minimale Erfolge gegen Yahoo und Google verbuchen.

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