US-Speicherspezialist erweitert sein Geschäftsfeld und legt sich nicht nur mit IBM an
EMC fordert Softwarekonzerne heraus

Der auf Datenspeicherung spezialisierte IT-Konzern EMC wandelt sich immer stärker zum Softwareanbieter. Mehr als jeden dritten Dollar des für 2005 angepeilten Umsatzes von 9,6 Mrd. Dollar wird der US-Konzern mit Software umsetzen. Im zweiten Quartal lag der Softwareanteil am Gesamtumsatz bei 37 Prozent.

HB FRANKFURT/M. Damit ist EMC nicht nur klarer Marktführer bei Software für Datenspeicherung und Informationsmanagement, sondern ist – gemessen am Umsatz – in die Riege der zehn größten Softwareunternehmen der Welt aufgerückt.

„Wir sind heute im Softwaremarkt in den Bereichen Speichersoftware, Dokumentenmanagement, Virtualisierungssoftware und Netzwerkmanagement aktiv“, umreißt Dave DeWalt, Chef der EMC Software Group und ehemaliger CEO von Documentum, das Softwaregeschäft. Und EMC will im Softwaregeschäft weiter wachsen: „Unser strategisches Ziel ist, mit unserer Software neben den Speichernetzen auch die Computernetze zu managen“, sagte DeWalt dem Handelsblatt.

Doch damit bewegt sich der Speicherspezialist in Märkte, in denen er nicht nur stärker mit Konzernen wie IBM und Hewlett-Packard konkurriert, sondern es zusätzlich mit Softwareunternehmen wie Computer Associates und Veritas zu tun bekommt. Denn dieser so genannte Middleware-Markt, der Software für den Betrieb von Computernetzen umfasst, ist neben Anwendungssoftware wie sie Microsoft und SAP herstellen, der zweite Milliardenmarkt im Softwaregeschäft.

Spätestens als EMC-Chef Joe Tucci im Oktober 2003 das Softwarehaus Documentum für 1,7 Mrd. Dollar einkaufte, war klar, wohin die Reise für den ehemaligen Hardwareriesen EMC gehen sollte: Software, mit der sich die rasant wachsenden Datenbestände der Unternehmen und Behörden organisieren lassen, sollte den gestrauchelten Hersteller von Plattenspeichersystemen wieder auf Wachstumskurs bringen.

Und dafür war es höchste Zeit,denn im Zuge der High-Tech-Krise waren die Umsätze von EMC dramatisch eingeknickt, der Aktienkurs des einstigen Börsenstars von mehr als 100 Dollar auf vier Dollar abgestürzt. Insgesamt 4,3 Mrd. Dollar investierte Tucci für de Kauf von 25 Unternehmen, darunter auch den Netzwerkmanagementspezialisten Smarts. Die Rechnung scheint allmählich aufzugehen. In diesem Jahr wird EMC aller Voraussicht nach den Umsatz des Boomjahrs 1999 erstmals übertreffen. Das avisierte Umsatzwachstum liegt bei 17 Prozent, und 2006 soll der Umsatz auf 11 Mrd. Dollar wachsen. Im zweiten Quartal konnte EMC den Nettogewinn um 52 Prozent auf 293 Mill. Dollar steigern.

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