US-Telefongesellschaft kämpft mit sinkenden Umsätzen
100 000 Mitarbeiter streiken bei SBC

Rund 100 000 Mitarbeiter des US-Telekomkonzerns SBC Communications haben am Freitag für vier Tage die Arbeit niedergelegt. Das sind rund 60 % aller Mitarbeiter des Unternehmens.

Bloomberg/wsj WASHINGTON. Auch nach dreimonatigen Verhandlungen konnten sich Management und Gewerkschaften nicht auf neue Tarifverträge einigen.

2003 war SBC die bei weitem profitabelste der vier regionalen US-Telefongesellschaften, mit einem Gewinn von 8,5 Mrd. $ bei einem Umsatz von 40,8 Mrd. $. Doch der Umsatz, vor allem im wichtigen Lokalgeschäft, ist in zehn Quartalen in Folge gesunken. Wachsender Wettbewerb zwinge den Konzern, die Kosten zu senken, hieß es.

Im ersten Quartal 2004 fiel der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,4 % auf 10,1 Mrd. $. Der Gewinn des Konzerns, der im Februar die Übernahme des US-Mobilfunkanbieters AT&T Wireless für 41 Mrd. $ bekannt gegeben hatte, ging sogar von knapp 5 Mrd. $ im ersten Quartal 2003 auf 1,95 Mrd. $ zurück. Der jüngste Vorschlag des Konzerns sieht eine Einmalzahlung von 4 % im ersten Jahr vor, danach zwei Lohnerhöhungen von 2,5 % pro Jahr und für die letzten beiden Jahre jeweils 2,25 % plus Inflationsausgleich. Doch vor allem die Forderung nach einer höheren Beteiligung der Mitarbeiter an der Krankenversicherung wollen die Mitarbeiter nicht akzeptieren. Sie fordern Beschäftigungsgarantien.

Der Streik bei SBC ist der größte in den USA seit 1997 – damals hatten 185 000 Mitarbeiter beim US-Paketdienst United Parcel Service die Arbeit niedergelegt. UBS-Analyst John Hodulik sagte, der Streik könne dazu führen, dass SBC die Qualität der Kundenbetreuung nicht halten kann.

SBC reagierte hart auf den Streik in 13 US-Bundesstaaten. Der Konzern werde sein jüngstes Tarifangebot zurücknehmen, wenn der Ausstand nicht bis Montag beendet werde, sagte ein Sprecher. In einigen Bundesstaaten verhandeln die Parteien inzwischen wieder.

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