US-Tochter CD Now hat angeblich ein Geschäftskonzept kopiert und soll dafür zahlen: Bertelsmann droht neuer Prozess in den USA

US-Tochter CD Now hat angeblich ein Geschäftskonzept kopiert und soll dafür zahlen
Bertelsmann droht neuer Prozess in den USA

Die Probleme von Bertelsmann-Chef Gunter Thielen in den USA reißen nicht ab. Nach dem Verfahren um den Verkauf der ehemaligen Tochter AOL soll am 1. März vor dem Bezirksgericht für Western Pennsylvania ein weiterer Schadensersatzprozess beginnen: Wie das Bezirksgericht dem Handelsblatt (Freitagausgabe) bestätigte, klagt die US-Firma Sightsound Technologies gegen die Bertelsmann-Tochter CD Now auf Schadensersatz in Millionenhöhe.

HB PORTLAND. Die Bertelsmann AG und amerikanische Gerichte – das Thema ist ein Dauerbrenner. Am heutigen Freitag will Richter James W. Brown in Santa Barbara, Kalifornien, sein Urteil in der Klage von zwei ehemaligen AOL-Deutschland-Managern verkünden. Insider rechnen damit, dass er die frühere Entscheidung der Geschworenen bestätigen wird, die den beiden Klägern je 104 Mill. $ zusprachen. Dass der Medienkonzern, der unlängst auch in New York wegen eines gescheiterten Magazins prozessierte, in die Berufung geht, gilt als wahrscheinlich.

Doch nun zieht weiteres Ungemach herauf. Am 1. März soll vor dem Bezirksgericht in Pittsburgh eine Klage in dreistelliger Millionenhöhe gegen die Bertelsmann-Tochter CD Now verhandelt werden. Sightsound Technologies, eine eher unbedeutende Musikfirma, hat die Klage gegen die Bertelsmann-Tochter bereits 1998 eingereicht. Der Vorwurf lautet auf Patentverletzung. CD Now habe die Geschäftsidee von Sightsound Technologies ohne Genehmigung kopiert, behaupten die Anwälte. Anders als in Europa lässt sich in den USA eine Geschäftsidee schützen, wer ähnliches anbietet, muss an den Patentinhaber zahlen.

Mit der Methode träumten Sightsound-Gründer Art Hair und Scott Sander vom großen Geld. Sie erkannten frühzeitig die kommerziellen Möglichkeiten des Vertriebs von Musik und Videos in digitalisierter Form über das Internet. 1993 erhielt Hair sein erstes Patent, dem später weitere folgten. Geschützt wurde dabei das Verfahren für den Austausch von Musik als komprimierter Datenstrom gegen Zahlung über das Internet. Die Technologien für die Verschlüsselung und Kompression sollten andere liefern.

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