USA Medienkonzerne Viacom und CBS erwägen offenbar Fusion

Einem Insiderbericht zufolge denken die US-Medienkonzerne Viacom und CBS offenbar über eine Fusion nach. Zusammen kämen die Unternehmen auf einen Marktwert von über 37 Milliarden Dollar.
Update: 26.01.2018 - 10:44 Uhr Kommentieren
Viacom und CBS: US-Medienkonzerne erwägen offenbar Fusion Quelle: Reuters
Viacom

Die Zentrale des Medienkonzerns in New York City.

(Foto: Reuters)

New YorkDie amerikanischen Medienkonzerne Viacom und CBS liebäugeln nach Informationen von Insidern erneut mit einem Zusammenschluss. Viacom-Chef Bob Bakish und CBS-Chef Leslie Moonves hätten vor kurzem bereits Gespräche über eine Fusion geführt, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Donnerstag. Die Beratungen könnten ein erster Schritt zu einer Wiedervereinigung der beiden Unternehmen sein. Es werde erwartet, dass die Vorstände von Viacom und CBS in den kommenden Wochen darüber berieten. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Allerdings sei Moonves, der Vorbehalte gegen eine Fusion hatte, nun etwas offener für einen solchen Plan.

Die beiden Unternehmen gehörten früher zusammen und gehen seit mehr als zehn Jahren getrennte Wege. CBS ist einer der größten US-Sender. Zu Viacom gehören etwa das Hollywood-Studio Paramount und der Musiksender MTV. Viacom und CBS würden zusammen auf einen Marktwert von über 37 Milliarden Dollar kommen. Erst 2016 hatten die beiden Medienkonzerne einen Zusammenschluss ausgelotet. Das Vorhaben war letztlich gescheitert, weil der Großaktionär beider Firmen, der 94-jährige Medienmogul Sumner Redstone und seine Tochter Shari, ihren Plan für eine Fusion zurückgezogen hatten. CBS-Chef Moonves hatte ohnehin Zweifel am finanziellen Nutzen des Vorhabens für die Aktionäre gehabt.

Viacom und CBS sowie eine Sprecherin von Großaktionärin Shari Redstone lehnten eine Stellungnahme ab.

Allerdings hatte Shari Redstone ihren Wunsch nach einem Zusammengehen nie ganz begraben und Insidern zufolge weiter mit Managern beider Firmen gesprochen. Zusammen hätten sie mehr Macht bei Verhandlungen mit Kabel- und Satellitenunternehmen. Frischer Wind sei in die Überlegungen gekommen als der Unterhaltungskonzern Walt Disney im Dezember angekündigt hatte, das Film- und TV-Geschäft des Medienriesen Twenty-First Century Fox zu kaufen. „Größe zählt jetzt und wird auch in Zukunft zählen“, sagte Shari Redstone vergangene Woche bei einer Veranstaltung in New York auf die Frage nach einem möglichen Zusammenschluss.

Mit einem so großen und dominierenden Konkurrenten wie dem Online-Videodienst Netflix im Nacken, der auf eine Marktkapitalisierung von 113 Milliarden kommt, sei der Druck auf CBS und Viacom sich zusammenzutun, gestiegen, sagte Analyst Rich Greenfield vom Broker BTIG. „Es gibt ein dringendes Bedürfnis nach Größe“, urteilte er. Beide Firmen hätten mit Problemen zu kämpfen, die sie zusammen besser angehen könnten. „Es geht darum: Fressen oder gefressen werden.“ 

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