USA
Sprint plant Angebot für Telekom-Tochter

Als die Telekom ihre US-Tochter an den Branchenriesen AT&T verkaufen wollte, legten die Wettbewerbshüter ein Veto ein. Nun soll es mit Sprint einen neuen Interessenten geben. An der Börse legt T-Mobile US deutlich zu.
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New YorkDer US-Mobilfunkanbieter Sprint plant offenbar ein milliardenschweres Übernahmeangebot für die US-Tochter der Deutschen Telekom. Sprint könnte die Offerte für T-Mobile US bereits in der ersten Jahreshälfte 2014 vorlegen, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das Transaktionsvolumen würde sich voraussichtlich auf mehr als 20 Milliarden Dollar belaufen, je nach Höhe des Anteils, den Sprint übernehmen würde.

Ein Insider sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass Sprint zwar schon länger an T-Mobile interessiert sei. Allerdings gebe es derzeit keine Gespräche zwischen beiden Seiten. Zudem gilt Experten zufolge eine Genehmigung der Übernahme durch die US-Wettbewerbsbehörden alles andere als sicher. Dennoch schoss der Aktienkurs von T-Mobile US an der New Yorker Börse nach Bekanntwerden der Nachricht um fast neun Prozent in die Höhe.

Für die Deutsche Telekom würde sich mit dem Deal eine Möglichkeit eröffnen, aus dem US-Mobilfunkmarkt auszusteigen. Sprint prüfe derzeit, wie ein fusioniertes Unternehmen aussehen könnte und welche regulatorischen Fragen auf den Konzern zukommen könnten, berichtete das „Wall Street Journal“. Die Unternehmen waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Sollten die Behörden eine solche Transaktion genehmigen, würde der US-Markt künftig nur noch von drei großen Anbietern dominiert. Ein Zusammenschluss der Nummer drei mit der Nummer vier unter den US-Mobilfunkanbietern brächte ein Unternehmen hervor, das es mit den Platzhirschen Verizon Wireless und AT&T aufnehmen könnte.

Allerdings hätten die Wettbewerbsbehörden noch ein gewichtiges Wort mitzureden. Erst 2011 hatten sie Plänen für einen Verkauf der Telekom-Tochter an AT&T untersagt. Ein Experte für Kartellfragen auf dem US-Telekommunikationsmarkt, der namentlich nicht genannt werden wollte, äußerte denn auch seine Zweifel, ob eine Übernahme durch Sprint ohne Abstriche durchgehen könnte. Angesichts der jüngsten Äußerungen von Regierungs- und Behördenvertretern dürfte es für Sprint eine „extrem schwierige“ Aufgabe werden, grünes Licht für ein solches Unterfangen zu bekommen.

Die Deutsche Telekom ist mit 67 Prozent an T-Mobile US beteiligt. Der Bonner Konzern hatte im Mai seinen amerikanischen Ableger mit dem Regionalanbieter MetroPCS verschmolzen, um auf dem Markt endlich eine kritische Größe zu gewinnen. Sprint gehört wiederum zu 80 Prozent dem japanischen Telekom-Konzern Softbank. Als weiterer Interessent an T-Mobile US gilt auch der US-Satelliten-Fernsehanbieter Dish, der schon seit längerem mit einem Einstieg in den heimischen Mobilfunkmarkt liebäugelt.

US-Verbraucherverbände zeigten sich alarmiert und kritisierten die Gedankenspiele für eine Übernahme. Es gebe schon jetzt viel zu wenig Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt, erklärte die Organisation Free Press. Der Verbraucher wäre bei einer Übernahme der Verlierer, weil früher oder später mit steigenden Preisen zu rechnen sei.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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