Drohnen-Einsatz
Stoppt die Technophobie!

Erst Amazon, dann Google, jetzt Facebook: Beim Mobile World Congress geht es um den Drohnen-Einsatz. Es dauert noch, bis der sich rechnet. Doch das Problem liegt woanders, meint Valley-Voice-Kolumnistin Britta Weddeling.
  • 3

Seit Buddy Minchini klein ist, träumt er vom Fliegen. Aber der 29-jährige Chef-Techniker der Silicon-Valley-Drohnen-Firma Airware, die mit 40 Millionen Dollar finanziert wird, unter anderem von Andreessen Horowitz, Kleiner Perkins und Google, sah sich dabei nie im Cockpit eines Flugzeugs. Ihn interessierte immer mehr die Arbeit der Ingenieure am Boden, sagte er mir in einem Interview. „Der Erfolg eines Fluges hängt immer auch von den Ingenieuren ab, nicht nur vom Piloten.“

Das ist nun anders. Die öffentliche Meinung spielt eine immer größere Rolle. Sie steht neuen digitalen Phänomenen skeptisch bis ablehnend gegenüber. Die Technophobie lässt sich bei mehr oder weniger jeder zweiten Silicon-Valley-Firma feststellen, die ein neues Geschäftsmodell, ein neues technisches Gerät oder eine neue Art zu leben proklamiert.

Besonders deutlich wird diese Angst vor dem Neuen beim Thema Drohnen.

Verstehen Sie mich nicht falsch! Ich glaube nicht, dass „neu immer besser ist“. Diese Regel von „How I met your mother“-Figur Barney Stinson ist hier nicht sinnvoll. Nichts ist besser, nur weil es neu ist. Wir alle sollten uns die negativen Auswirkungen und Risiken einer neuen Technologie bewusst machen. Aber wenn es um Drohnen geht, scheinen die Leute alles zu vergessen, was sie mal bei Immanuel Kant gelernt haben: Benutze Deinen Verstand!

Viele denken, dass man Drohnen nicht mehr stoppen kann, hat man sie erst „aus dem Käfig gelassen“. Das kann man schließlich in jedem zweiten Science-Fiction-Blockbuster sehen oder in Daniel Suarez’ Buch „Kill decision“ nachlesen.

Kein Zweifel, Suarez’ Geschichte über den Monate währenden Kampf gegen eine Drohnen-Armee, die die Menschheit ausrotten will, ist ziemlich spannend. Ich empfehle die Lektüre. Das Dumme ist nur, dass die Sache mit dem Monate währenden Kampf schon allein deshalb nicht funktioniert, weil vorher die Batterie der Drohne versagen würde.

Kommentare zu " Drohnen-Einsatz: Stoppt die Technophobie!"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Technophobie ist hier der falsche Begriff. Es sind vielmehr die unzähligen Belege dafür wie rücksichtlos und rein kapitalorientiert heute, Globalplayer manipulieren, vertuschen und sich gerade im Verbraucherschutz nur scheinbar an die Regeln halten. Man bekommt es ja nicht einmal mehr mit, wenn man heute ohne Genehmigung gefilmt oder soll ich sagen auspioniert wird. Was ist mit Überflug von Grundstücken, Mietflächen etc.

  • Technophobie. Ojemine.

    Sorry, ich bin weder technophob noch technophil.

    Hocke in meinem Job die meiste Zeit vor dem Computer, fahre ein High-Tec-Auto, benutze abends meinen Smart-TV, und wenn ich mich dabei langweile, schaue ich nebenbei auf meinem I-Pad ein paar Online-Zeitungen durch.

    Am Wochenende finde ich es ganz toll, mit meiner Freundin eine wunderbare lange Wanderung durch die Natur zu machen.

    Dabei sind Drohnen das letzte, was ich sehen oder hören will. Und auch nicht, dass sie über mein Haus fliegen.

    Wenn man neben seinem Verstand auch noch seine Sinne nutzen möchte, sind Drohnen, außer für den infantil-enthusiastischen Technik-Plebs, etwa das letzte, was man in seinem anyway übertechnisierten Umfeld wahrnehmen möchte.

    Wir verzichten hier auch gerne auf die ach so tollen Pioniere.

    Und auf megalässig tolle Silicon-Valley sowieso.

  • Ich finde es immer wieder erfrischend, wie moderat-ausgeglichen Frau Weddeliing über solche Themen schreibt; ganz anders als Herr Lumma vor ihr.

    Zum Thema:

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, warum Facebook mit Drohnen experimentiert. Bei allem, was man von FB gewoht ist, bedeutet das nichts Gutes.

    Gegen Paketdrohnen habe ich nichts, außer daß wieder ein neues Heer von Arbeitslosen erzeugt wird.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%