Valley Voice
Angriff der digitalen Zombies

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Algorithmus statt objektiver Wahrheit

Wie kaum eine andere politische Auseinandersetzung hat das aktuelle Rennen um das Weiße Haus gezeigt, wie fragwürdig die Wahrheiten sind, die online verbreitet werden, insbesondere von Politikern. Dutzende Exempel dafür lieferte Donald Trump selbst.

Er ist kaum zu stoppen, auch nicht durch die zahlreichen „Faktenchecker“, die sich an seine Tweets geheftet haben. Trump kommuniziert über seinen Twitter-Account direkt mit potenziellen Wählern und Fans, ohne Filter wie Analysten oder Wahlbeobachter, schwört seine Anhänger ein, auf das Internet zu vertrauen, nicht auf die Journalisten. Jeder Tweet erzeugt da nur einen Gegen-Tweet.

Und wie unabhängig sind denn die Plattformen, in denen sich Trump bewegt, die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter, ihres Zeichens kapitalistischen Zwecken verpflichtete Konzerne? Bei Facebook bestimmt ein Algorithmus, welche Inhalte die Nutzer zu sehen bekommen. Mit objektiven Wahrheiten hat das wenig zu tun.

Das Netz hat sich mit diesem Wahlkampf in einen Ort verwandelt, an dem eine „Wahrheit“ nicht mehr ohne weiteres zu finden ist – sofern es diese „Wahrheit“ jemals gab. Nutzer, Wähler sollten wachsam bleiben und hinterfragen, was sie online lesen, so wie sie auch nicht jeden Link klicken, den ihnen ein Fremder mailt.

Schließlich wird sich der Trend fortsetzen. Denn der unerwartete Aufstieg von Donald Trump dank der sozialen Medien wird Vorbild für weitere Politiker werden. Auch in Deutschland.

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Immer dienstags schreibt Britta Weddeling, Korrespondentin des Handelsblatts im Silicon Valley, über neue Trends und den digitalen Zeitgeist im Tal der Nerds.

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