Valley Voice
Der Fall des Hauses Uber

Sexismus-Vorwürfe und Manager-Abgänge: Der Fahrdienstvermittler Uber stürzt von Skandal zu Skandal. Doch das Chaos im wertvollsten Start-up des Silicon Valley zeigt die viel größere Sinnkrise der Branche.
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San FranciscoEin Start-up in Silicon Valley zu führen, das ist wie eine Dauerfahrt auf der Überholspur – bei der man die Überholspur auch noch bauen muss. Der Druck von Investoren und Konkurrenz ist enorm, alles geht stets schief, an Schlaf ist nicht zu denken, am Wochenende sowieso nicht. Gründern darf dennoch nicht die Kontrolle über das Narrativ ihrer Firma entgleiten, so wie dies nun bei Uber zu beobachten ist.

Erfolg ist auch eine Frage der Kultur. Die Rundum-Sorglos-Pakete der Unternehmen, die kunterbunten Büros, das Bio-Essen – die „soften“ Faktoren der Unternehmensführung, sie werden von Außenstehenden gern als niedlich verlacht. Doch sie zahlen auf die Moral ein. Das ist wie mit dem guten Essen auf See: In Krisenzeiten beugt es der Meuterei vor.

Die jüngsten Abgänge im Management deuten darauf hin, dass die Stimmung bei Uber mindestens so gruselig ist wie in einer Geschichte von Edgar Allan Poe. Nach Präsident Jeff Jones verließ auch Brian McClendon, der die Entwicklung des Zukunftsgeschäfts mit autonomen Fahrzeugen maßgeblich steuerte, das Start-up, Als „giftig“ gar bezeichneten Freada Kapor Klein und Mitch Kapor, frühe Investoren bei Uber, die interne Atmosphäre in einem offenen Brief.

Der Aufsichtsrat der Firma, zu dem Medienunternehmerin Arianna Huffington gehört, hat Kalanick erneut das Vertrauen ausgesprochen. Fragen nach weiteren möglichen Änderungen im Uber-Management wollte das Unternehmen gegenüber dem Handelsblatt am Montag nicht kommentieren.

Doch intern gerät der Gründer immer mehr unter Druck, nicht nur wegen der Vorwürfe der Ex-Mitarbeiterin Susan Fowler über stillschweigend geduldeten Sexismus im Unternehmen, sondern auch wegen der Klage von Google-Mutter Alphabet. Sie wirft Anthony Levandowski, Gründer des inzwischen zu Uber gehörigen Lkw-Start-ups Otto vor, Technologie gestohlen zu haben.

Kalanick will sich inzwischen als Führungskraft „fundamental verändern“. Eine neue Nummer zwei im Unternehmen soll ihn künftig bei operativen Fragen unterstützen. Doch ob das reicht, um die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, er sei in ein paar Wochen vom Rowdy zum weisen Konzernlenker gereift?

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Das Silicon Valley braucht Unterstützung

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