Valley Voice
Kritischer Moment für Mark Zuckerberg

Vor einigen Tagen hat Mark Zuckerberg den Vorschlag zurückgenommen, eine neue Aktienkategorie einzuführen – wegen gestiegener Kurse, so die offizielle Begründung. Über den wahren Grund lässt sich nur spekulieren.
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San FranciscoDie Opferlämmer haben genug. In der epischen Schlacht um das Silicon Valley stehen die Wall-Street-Investoren vor den Toren und verlangen, dass die Zugbrücken der Start-up-Festungen endlich heruntergelassen werden. Sonst werden sie über die Mauern kommen und das Tal der allmächtigen Gründer und einsam herrschenden Vorstandschefs zurecht schleifen.

Es war ein kritischer Moment in der vergangenen Woche, als Mark Zuckerberg einen Vorschlag, oder genaugenommen eine Anweisung, zurücknahm, eine weitere Aktienkategorie einzuführen. Sie sollte stimmrechtslos sein und hätte es dem Facebook-Chef ermöglicht, bis zu 66 Prozent seiner gigantischen Aktienanteile an das soziale Netzwerk zu verkaufen, ohne die Kontrolle einzubüßen, die er sich beim Börsengang hat garantieren lassen. Er hat bereits Aktien mit dem zehnfachen Stimmrecht. Doch im April dieses Jahres wollte er mehr. Und die Begründung war atemberaubend. Sie lautete übersetzt: Wer außer mir kann denn schon sagen was gut ist für Facebook? Anleger auf jeden Fall nicht. Kleingeister wie sie hätten sie sicher den Kauf von Instagram verhindert oder sonstige Dummheiten gemacht.

Doch diesmal ist es danebengegangen. Aktionäre starteten eine Sammelklage gegen Facebook und die geplante Aushöhlung der ohnehin schon minimalen Aktionärsrechte. Erleichtert wurde Zuckerberg der Schritt sicherlich durch eine massive Änderung der Regeln für die Aufnahme in die Börsenindizes.

Seit dem spektakulären Flop beim Börsengang von Snap, der unzweifelhaft einen neuen Tiefpunkt der Aktienkultur darstellt, werden keine Aktiengesellschaften mehr in die Benchmark-Indizes aufgenommen, die mehrere Aktiengattungen haben und bei der mindestens eine die Stimmrechte ausschließt. Die Snap-Gründer hatten sich schlicht das Recht vorbehalten, alle Entscheidungen alleine zu treffen. Facebook ist zwar jetzt sicher, weil bereits in die Indizes aufgenommene Unternehmen von der Regel ausgeschlossen sind. Aber gilt das auch, wenn nachträglich die Aktienstruktur geändert wird? Zuckerberg wollte es offenbar nicht darauf ankommen lassen, dies herauszufinden.

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Schlechtester Börsentag seit langem

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