Valley Voice
Warum das Silicon Valley Werner Herzog liebt

Der deutsche Filmemacher Werner Herzog ist der Liebling der US-Techszene. Sein neues Werk „Lo and Behold: Reveries of the Connected World“ ist eine provokative Reise durch die vernetzte Welt.
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Wussten Sie, dass das Silicon Valley Werner Herzog verehrt? Ja, und zwar vor allem wegen seines starken deutschen Akzents. Die meisten Deutschen wollen keine Deutschen mehr sein, wenn sie im Ausland wohnen. Er nicht. Cool.

Ein deutscher Akzent kann nützlich sein. Ich solle bloß nicht versuchen, perfekt Englisch zu sprechen, riet mir jüngst ein Journalist – als wäre ausgerechnet das mein Problem. So würden die Leute aus der Tech-Industrie mir alles sehr viel ausführlicher erklären.

Bei Herzog ist es noch komplizierter. Sehr oft erklärt er, der Anti-Hollywood-Regisseur, den Leuten aus der Techbranche die Welt. So wie letztens, als er behauptete, Twitter sei dumm, er habe noch nie etwas Interessantes dort entdeckt. Oder als er Nachwuchsregisseure aufrief, sich bei Facebook abzumelden.

Der Kinosaal war ausverkauft, als Herzogs neuer Film in San Francisco Premiere feierte, mitten im Szeneviertel Castro. Es war, als ob die gesammelte Silicon-Valley-Elite nur auf den nächsten Coup des sehr deutschen, sehr schrägen Intellektuellen gewartet hätte.

Und der Film erfüllte die Erwartungen. „Lo and Behold: Reveries of the Connected World“, eine Dokumentation in zehn Kapiteln, untersucht die vernetzte Welt in einer so intelligenten wie provokativen Weise. Herzog „reverse-engineert“ das Internet.

Eine Stimme mit starkem deutschen Akzent erzählt die Geschichte: von den frühen Tagen, als Wissenschaftler der University of California in Los Angeles die erste Verbindung zwischen zwei Rechnern herstellten, bis in die Zukunft, in der wir alle möglicherweise auf dem Mars leben.

Herzogs Dokumentation zeigt Menschen, die vor allem an die positiven Seiten von Technologie glauben, wie die Wissenschaftler der Carnegie Mellon University, in sehr niedlicher Weise überzeugt, ihre Roboter werden menschliche Fußballspieler im Jahr 2050 besiegen, und Sebastian Thrun, Pionier des selbstfahrenden Autos.

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