VDSL-Streit
Kurth will gütliche Einigung bei superschnellem Internet

Der Präsident der inzwischen Bundesnetzagentur genannten Regulierungsbehörde, Matthias Kurth, hat die Deutsche Telekom AG aufgefordert, sich mit ihren Konkurrenten über eine Öffnung ihres VDSL-Hochgeschwindigkeitsnetzes zu verständigen. Damit soll eine Öffnung auf staatliche Anweisung vermieden werden.

HB BONN. Kurth sagte der „Financial Times Deutschland“: „Ein Netz wird wertvoller für den Betreiber, je mehr Menschen es nutzen. Ich plädiere daher für Gespräche der Telekom mit den Wettbewerbern“, sagte Kurth. Der Chefregulierer hatte schon früher gesagt, es habe Signale gegeben, dass sich die Telekom mit ihren Konkurrenten über einen Zugang zum Netz verständigen könne. United-Internet-Chef Ralph Dommermuth hatte vergangene Woche erklärt, es gebe Sondierungsgespräche mit der Telekom. Er gehe davon aus, dass der Bonner Konzern ein Angebot für Wiederverkäufer machen werde.

Die Telekom knüpft den großflächigen Ausbau ihres bis zu drei Milliarden Euro teuren VDSL-Netzes an eine zumindest zeitweilige Ausnahme von der Regulierung. Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke hatte nicht ausgeschlossen, dass Konkurrenten das Netz nutzen können, aber zu Kondititionen der Telekom. Das Netz muss nach Ansicht der Bundesnetzagentur und der EU-Kommission nur dann nicht reguliert werden, wenn darüber neue Produkte angeboten werden, die nicht mit den herkömmlichen DSL-Übertragungsgeschwindigkeiten denkbar sind, es sich also um einen so genannten „neuen Markt“ handelt.

„Die neuen, hoch innovativen Qualitätsprodukte, die einen neuen Markt schlüssig begründen sollen, sind uns von der Telekom bisher noch nicht vorgestellt worden“, warnte Kurth. Triple Play - die Verbindung von Telefonie, Internet und TV über eine Leitung - erfülle diese Voraussetzung jedenfalls nicht. „Das geht auch über ADSL - und wird von den Wettbewerbern in Europa schon lange angeboten“, ergänzte der Chefregulierer. Die erweiterte Technik ADSL2+ ermöglicht Übertragungsraten von bis zu 24 Megabit pro Sekunde, während das neue VDSL-Netz es theoretisch auf bis zu 50 Megabit schafft.

Bei den so genannten Terminierungsentgelten im Mobilfunk will sich Kurth an den Tarifen in Nachbarstaaten orientieren. Dabei handelt es sich um die Gebühren, die die Mobilfunkunternehmen für die Weiterleitung von Gesprächen in ihr Netz erhalten. „In Europa liegen jetzt einige Entscheidungen vor, die Entgelte im Laufe des Jahres 2008 auf sechs bis sieben Cent pro Minute zu senken“, sagte Kurth. „Ich sehe auch in Deutschland das Ziel, im Rahmen eines Gleitpfads binnen zwei Jahren auf ein vergleichbares Niveau zu kommen.“

Sowohl T-Mobile als auch Vodafone D2 hatten für eine Orientierung der Gebühren an den Preisen in Europa plädiert. Die von Kurth zunächst präferierte Ausrichtung an den Kosten der Mobilfunknetzbetreiber halten die Anbieter für ungeeignet. Die Bundesnetzagentur wird künftig die Terminierungsentgelte festsetzen, nachdem es nicht zu einer freiwilligen Einigung in der Branche gekommen war. T-Mobile und Vodafone halten eine Senkung der Gebühren um gut 14 Prozent auf rund 9,4 Cent die Minute für machbar.

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