Veräußerungen werden geprüft: Telekom will Töchter verkaufen

Veräußerungen werden geprüft
Telekom will Töchter verkaufen

Die deutsche Telekom erwägt einen Rückzug aus dem Privatkundengeschäft in Frankreich. Wie Unternehmenskreise in Bonn dem Handelsblatt bestätigten, prüft der Konzern, seine französische Tochter Club Internet zu verkaufen. Auch das Geschäft in Spanien steht zur Diskussion.

DÜSSELDORF/PARIS. Der neue Telekom-Chef René Obermann arbeitet an seiner Strategie für den Ex-Monopolisten. Dabei prüft er Telekom-Kreisen zufolge auch, welche Auslandsbeteiligungen für den Konzern einen strategischen Wert haben.

Experten erwarten, dass dabei auch das Geschäft der Deutschen Telekom in Frankreich und Spanien zur Disposition steht. „Die Telekom macht in Frankreich und Spanien immense Verluste“, sagt Frank Rothauge, Telekomanalyst bei Sal. Oppenheim und ergänzt: „Das Unternehmen hat es in diesen Märkten versäumt, sein Geschäft rechtzeitig durch Zukäufe zu stärken.“

Jetzt erwägt die Telekom offenbar, ihre französische Tochter Club Internet zu verkaufen. Entsprechende Berichte aus Frankreich bestätigten Unternehmenskreise dem Handelsblatt. „Eine Entscheidung dürfte in den kommenden Wochen fallen“, hieß es aus Bonner Telekom-Kreisen. Demnach wurde die Bank Rothschild bereits damit beauftragt, strategische Optionen wie einen Verkauf vorzubereiten. Die Deutsche Telekom wollte die Informationen nicht kommentieren.

In Frankreich haben laut Branchenkreisen bereits die Unternehmen Free, die Vivendi-Tochter Neuf Cegetel, Telecom Italia sowie einige Fondsinvestoren Interesse für Club Internet angemeldet. Club Internet hat 600 000 DSL-Kunden. Der Marktwert wird auf 300 Mill. Euro taxiert. Neuf Cegetel war bereits im vergangenen September als Käufer der französischen AOL-Tochter aufgetreten. AOL hatte damals eine halbe Million Kunden und wurde mit 288 Mill. Euro bezahlt.

Frankreichs Markt für schnelle DSL-Anschlüsse gilt als weitgehend verteilt. Platzhirsch ist France Télécom mit ihrer Tochter Orange, die 49,4 Prozent aller DSL-Abonnenten betreut. Um Platz zwei rangeln sich Free mit 19 Prozent und die Neuf Cegetel mit 18 Prozent Marktanteil. Club Internet rangiert abgeschlagen auf Platz fünf mit 4,6 Prozent Anteil. Im Sommer 2005 hatte der damalige T-Online-Chef Rainer Beaujean noch verkündet, mittelfristig zu den Top drei in Frankreich aufrücken zu wollen.

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