Verband beklagt den schwachen Inlandsmarkt
Aufschwung in der Elektroindustrie verliert an Dynamik

Der Aufschwung in der deutschen Elektroindustrie schwächt sich bereits wieder ab.

HB FRANKFURT. Während in diesem Jahr mit voraussichtlich vier Prozent erstmals seit langem ein nennenswerter Umsatzzuwachs verzeichnet wird, rechnet der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) für 2005 nur mit einem Plus von drei Prozent. „Das ist noch zu wenig, um eine Verbesserung der Beschäftigungssituation zu erreichen“, sagte ZVEI-Präsident Edward Krubasik am Donnerstag in Frankfurt.

Achillesferse der Branche, die in Deutschland rund 814 000 Menschen beschäftigt, ist das schwache Inlandsgeschäft. Krubasik fordert daher mehr Investitionen, auch durch die öffentliche Hand. „Wir wollen High-Tech-Infrastrukturen als Standortvorteil für Deutschland“, sagte der Manager. Rundfunk und Fernsehen müssten flächendeckend digitalisiert werden, außerdem sei der Ausbau des Bahnnetzes mit zunehmend mehr Automatisierung erforderlich. Industrie und Staat müssten die Ausgaben für Forschung und Entwicklung von derzeit 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf mindestens 3 Prozent steigern.

„Die Probleme der Globalisierung liegen nicht in der Tatsache, dass neue Länder unsere reifen Produkte einfacher fertigen können, sondern dass wir nicht genügend neue Anwendungen für Innovation hier in Europa schaffen“, meinte Krubasik. Er machte sich auch für Investitionen im Energiesektor stark. Sowohl erneuerbare Energien als auch die Atomkraft sollten weiterentwickelt werden.

Nach einem Umsatzplus von 5,8 Prozent im ersten Halbjahr ging das Branchenwachstum im dritten Quartal auf 4,7 Prozent zurück. Den größten Zuwachs verzeichnete die Sparte Bauelemente, während sich der Absatz elektrotechnischer Gebrauchsgüter rückläufig entwickelte. Die Dynamik habe insgesamt spürbar nachgelassen, sagte der ZVEI-Präsident. Der Auftragseingang stieg von Juli bis September nur um 0,3 Prozent. Risiken für die weitere Entwicklung sieht Krubasik vor allem in den hohen Rohstoff- und Ölpreisen sowie dem starken Euro, der die Exporte bedrohe. Die Euro-Schmerzgrenze sei gemessen an den spürbaren Auswirkungen auf die Elektroindustrie bereits erreicht, betonte ZVEI-Hauptgeschäftsführer Gotthard Graß.

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