Verband korrigiert Umsatzstatistik spürbar nach unten – Kein deutscher Gemeinschaftsstand in Los Angeles
Schweres Jahr für deutsche Videospiele

Ein schwarzes Jahr für die junge Videospieleindustrie in Deutschland: Zuerst mussten sie die Umsatzzahlen für 2002 und 2003 drastisch nach unten korrigieren, und nun fehlt auch noch die Branchenpräsenz auf der wichtigsten Messe der Industrie in Los Angeles.

DÜSSELDORF. Der Grund: Der zuständige Verband hat keinen Förderantrag für den Gemeinschaftsstand auf der diesjährigen „E3“ eingereicht, die am 11. Mai ihr Konferenzprogramm beginnt. Pleiten, Pech und Pannen. Während die Branche für 2002 rund 1,4 Mrd. Euro Umsatz mit PC- und Konsolensoftware ausgewiesen hat, waren es für 2003 nur 1,13 Mrd. Euro.

Trotzdem gab der Verband an, im Jahresvergleich sei der Umsatz um 8,1 % gestiegen. Des Rätsels Lösung: „Wir haben uns zusammen mit der GfK, auf deren Marktforschung wir uns beziehen, die Hochrechnungsparameter angeschaut und gemerkt, dass sie in den vergangenen Jahren zu hoch waren“, sagt Ronald Schäfer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Unterhaltungssoftware (VUD). Die Statistiken VUD werden jetzt alle überarbeitet.

Einer der Gründe für die systematische Überschätzung des Marktes – zuletzt um über 200 Mill. Euro – sei der Wegfall fast des gesamten unabhängigen Handels im Videospielebereich, was zu spät berücksichtigt worden sei. Dieser habe vor drei Jahren noch um 35 % des Geschäfts gemacht. Heute konzentriert sich alles auf große Handelsketten.

Gelder für den Branchenauftritt in Los Angeles hat bislang der DMMV (Deutschen Multimediaverband) beantragt, der dies aber „aus Mangel an Interesse auf Seiten der Unternehmen“ diesmal unterließ, wie es hieß. Schon 2003 hatten nur sieben Firmen Interesse an einer Präsenz gezeigt. Andere Länder wie Frankreich, Korea und Hongkong sind dagegen regelmäßig massiv vertreten. Erstmals dabei in Los Angeles ist 2004 Taiwan.

Die Absage für die „E3“ erreichte den VUD zu spät, um selbst noch eine Teilnahme zu organisieren. Aber 2005 wolle man wieder dabei sein, sagt Schäfer. Zusammen mit der Leipziger Messe, Ausrichter der Fachmesse „Games Convention“, habe der VUD bereits den Antrag auf öffentliche Förderung bei der Messegesellschaft AUMA eingereicht.

Seite 1:

Schweres Jahr für deutsche Videospiele

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%