Verband kritisiert Defizite beim Internetturbo DSL
Telekommarkt gewinnt nächstes Jahr an Fahrt

Der Telekommunikationsmarkt wird im kommenden Jahr voraussichtlich stärker zulegen. „Wir erwarten ein Wachstum, das etwas über dem Zuwachs in diesem Jahr liegt“, sagte Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Branchenverbandes VATM, am Montag bei der Vorstellung des Verbandsjahrbuchs in Berlin. Die Bedeutung der Telekommunikation sei daher für das gesamtwirtschaftliche Wachstum ungebrochen.

slo/dc BERLIN/DÜSSELDORF. Für das laufende Jahr geht die Branche von einem Umsatzplus von drei Prozent aus – nach einem von Stagnation gekennzeichneten Vorjahr. Die Telekommunikationsunternehmen werden demnach den Gesamtumsatz bis Ende 2004 auf 62,9 Mrd. Euro steigern – mehr als die Hälfte diese Summe entfällt auf die Deutsche Telekom.

Der Arbeitsplatzabbau in der Branche ist laut VATM inzwischen gestoppt. Für das kommende Jahr erwartet der Verband, dass die Erholung sogar zu einer leicht steigenden Beschäftigtenzahl führen wird.

Wachstumsmotor der Branche bleibt der Mobilfunk. Dieser Sektor glänzt mit Umsatzzuwächsen – unter anderem dadurch, dass mehr Telefonate aus dem Festnetz in den Mobilfunk wandern. Das Festnetzgeschäft schrumpft daher nach Angaben von Analysten von Credit Suisse First Boston in diesem Jahr europaweit im Durchschnitt um zwei Prozent. Dieser Trend werde zwar durch die zunehmende Vermarktung schneller Internetanschlüsse via DSL aufgehalten, aber nicht vollständig kompensiert.

Für 2005 sagen Analysten weiterhin enormes DSL-Wachstum voraus. Doch langsam sei der Wachstums-Höhepunkt in dem Marktsegment erreicht, heißt es in einer Studie von Credit Suisse First Boston.

Vor allem Deutschland fällt nach Einschätzung von Analysten bei DSL zurück. Andere europäische Länder wie Frankreich haben Deutschland bereits bei den Wachstumsraten für den Internetturbo überholt. Laut VATM lag beispielsweise im zweiten Quartal dieses Jahres das DSL-Wachstum hier zu Lande bei einem Prozent. In anderen europäischen Ländern erhöhte sich die Anzahl der schnellen Internetanschlüsse dagegen um bis zu 15 Prozent. Die EU wird voraussichtlich in diesen Tagen einen neuen DSL-Bericht vorstellen.

Historisch hinkt Deutschland anderen Ländern hinterher, da schnelles Internet hier zu Lande hauptsächlich über die Telefonleitung und nicht – wie in anderen Ländern – auch über das Fernsehkabel bereit gestellt wird. Der VATM sieht in Versäumnissen des Telekom-Regulierers einen weiteren Grund für den Rückstand. Demnach habe der Regulierer bislang nicht die Voraussetzungen für Vorprodukte wie den Bitstream-Zugang geschaffen, der DSL-Angebote der Telekom-Konkurrenten ermöglichen würde.

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