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Verbotene Absprachen: Kartellamt brummt RTL und ProSieben Strafen auf

Privatsender übertragen ihre frei empfänglichen Kanäle verschlüsselt. Darauf hatten sich die Fernsehkonzerne RTL und ProSieben Sat1 nach Ansicht des Bundeskartellamts illegal verständigt – und werden dafür bestraft.

Satelliten-Schüssel auf dem Dach der RTL-Zentrale in Köln. Quelle: Reuters
Satelliten-Schüssel auf dem Dach der RTL-Zentrale in Köln. Quelle: Reuters

DüsseldorfDie Sendergruppen ProSiebenSat1 und RTL werden in den nächsten Jahren ihre wesentlichen TV-Programme nicht verschlüsseln. Diese Zusage erfolgte im Zuge einer Vereinbarung mit dem Bundeskartellamt. Die Wettbewerbsbehörde verhängte Geldbußen in Höhe von insgesamt rund 55 Millionen Euro gegen die beiden TV-Sendergruppen und zwei Verantwortliche. Den Unternehmen werde vorgeworfen, bei der Einführung der Verschlüsselung ihrer digitalen FreeTV-Programme wettbewerbswidrige Absprachen getroffen zu haben, berichtete die Behörde am Freitag in Bonn.

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Die beiden Sendergruppen sagten im Rahmen der Entscheidung verbindlich zu, ihre wesentlichen Free-TV-Programme in SD-Qualität (Standard-Definition) ab 2013 für einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren unverschlüsselt anzubieten. Diese Zusage betrifft die Übertragungswege Kabel, Satellit und IPTV, aber nicht HD-Programme.

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„Durch die Verpflichtung der privaten Sendergruppen zur Aufrechterhaltung der unverschlüsselten SD-Verbreitung steht den Fernsehzuschauern auch in den kommenden Jahren eine Empfangsmöglichkeit für digitales Free TV offen, ohne Signalschutzbeschränkungen und ohne dass dafür zusätzliche Entgelte anfielen“, erklärte der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt.

Nach Feststellungen des Kartellamts haben sich die beiden Sendergruppen in den Jahren 2005/2006 darüber abgesprochen, ihre digitalen Free-TV-Programme in SD-Qualität künftig nur noch verschlüsselt auszustrahlen und dafür ein zusätzliches Entgelt zu verlangen. Mit dem Ende der Verschlüsselung entfällt für die Sendergruppen die Grundlage für die Entgelterhebung gegenüber Kabelnetz- und anderen Übertragungswegebetreibern für die SD-Verbreitung.

Die Bußgeldbescheide sind noch nicht rechtskräftig. Über etwaige Einsprüche entscheidet das Oberlandesgericht Düsseldorf. Beide Unternehmen haben sich allerdings schon zu einer einvernehmlichen Verfahrensbeendigung bereiterklärt.

 

  • 28.12.2012, 10:09 Uhr

    Ich finde es eine unverschämtheit dass die noch Geld fürs TV gucken verlangen.... Die Spielen in einen 20:15Uhr Film mehr als 30 minuten Werbung ein, dazu kommen noch die bescheuerten Sendungen die da laufen... ich sehe oft nur noch tv im Internet auf kostenlosen und angeblich illegalen streaming seiten... sch**ss drauf..

  • 28.12.2012, 11:33 Uhr

    Mir ist die RTL / Pro7+Sat1-Sendergruppen völlig wurst...ich schau deren mit Werbung überfrachteten Müll einfach nicht mehr. Meintwegen können die auch die SD-Sender verschlüsseln..kein Problem damit,
    Zudem: das HD-Thema wird in seiner Wirkung auf den Durchschnittskunden (TV-Seher) einfach nur massiv überschätzt - wenn der Inhalt Schrott ist, dann hilft auch das beste Bild nichts mehr. Und die bei den sendern aktuell übliche Prekariatsbespassung brauch ich weder in SD noch in HD.

  • 29.12.2012, 12:17 Uhr

    Es macht wenig Sinn die analogen Programme noch 10 Jahre weiter auszustrahlen. Maximal 5 Jahre wären ausreichend. Der technische Fortschritt in diesem Bereich ist enorm und in den nächsten Jahren werden immer mehr Zuschauer einen Fernseher besitzen, der die digitalen HD Kanäle empfangen kann. In der Folge geht die Zahl der Zuschauer die das analog gesendete Fernsehen benutzen zurück. Besser wäre es wenn die Sender in den nächsten Jahren ihre Gebühren für das digitale Fernsehen sukzessiv senken würden.

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