"Verbreitung französischer Werte"
Frankreich gründet eigenes CNN

Frankreich will sich mit der angelsächsischen Vormacht im Informationssektor nicht abfinden. Daher hat Paris am Mittwoch seinen eigenen internationalen TV-Nachrichtensender CFII auf den Weg gebracht.

HB PARIS. „Es geht darum, überall in der Welt Frankreichs Werte und Weltsicht zu verbreiten“, sagte Präsident Jacques Chirac in Paris. „Dafür muss man in der weltweiten Bilderschlacht in der ersten Reihe sein.“ Die Chaîne Française D'Information Internationale (CFII) soll vor Ende 2006 mit Programmen für Europa, Afrika und den Nahen und Mittleren Osten auf Sendung gehen. Später sollen Sendungen für Asien, Nord- und Südamerika dazu kommen.

CFII-Partner sind das Staatsfernsehen France Télévisions sowie der führende Privatsender TF1. CFII werde „entsprechend seinen Ambitionen von öffentlichen Mitteln profitieren“, sagte Chirac. Der Präsident hatte den Plan, einen „französischen CNN-Sender“ zu schaffen, bereits vor fast vier Jahren angesichts der politischen Spannungen über Terroranschläge und Krisen im Mittleren Osten angekündigt.

Der neue Sender startet 2006 mit einem Etat von 65 Mill. Euro. In diesem Jahr wurden 30 Mill. bereitgestellt. Die Nachrichten und Magazinsendungen sollen über Kabel, Satellit und Internet in Französisch, Englisch, Arabisch und Spanisch verbreitet werden.

CNN ist mit 28 Büros außerhalb der USA, einem Umsatz von 858 Mill. Dollar und Sendungen in Englisch, Deutsch, Spanisch und Türkisch ein internationaler Leitsender. Seit 1992 hat auch die in 30 Sprachen sendende Deutsche Welle einen TV-Sender. Internationale Reichweiten haben zudem vor allem BBC World und Euronews, die arabischen Sender El Dschasira und El Arabija und die US-Ketten MSNBC und Fox. Der internationale französischsprachige Sender TV5 bietet zwar auch Informationen, aber im Rahmen eines Generalistenprogramms.

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