Verdacht auf Steuerbetrug

Ermittler durchsuchen Google-Büros in Paris

Französische Ermittler haben den Sitz von Google in Paris durchsucht. Grund sind die umstrittenen Steuerpraktiken des IT-Giganten. Frankreich verlangt von dem Konzern Nachzahlungen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro.
Update: 24.05.2016 - 15:03 Uhr
Ein Teppich mit Google-Logo im Eingang des französischen Hauptsitzes in Paris. Mehr als 100 Beamte durchsuchten das Gebäude am Dienstag. Quelle: Reuters
Unter Verdacht

Ein Teppich mit Google-Logo im Eingang des französischen Hauptsitzes in Paris. Mehr als 100 Beamte durchsuchten das Gebäude am Dienstag.

(Foto: Reuters)

ParisFranzösische Ermittler haben wegen des Verdachts auf Steuerbetrug Büros des US-Internetkonzerns Google in Paris durchsucht. Das Vorermittlungsverfahren sei bereits im vergangenen Juni infolge einer Klage der französischen Finanzverwaltung eröffnet worden, teilte die nationale Finanz-Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. An der Durchsuchung seien Finanz-Ermittler der Polizei und 25 Informatik-Experten beteiligt gewesen. Der Zeitung „Le Parisien“ zufolge waren etwa 100 Beamte vor Ort.

Frankreich verlangt von den Amerikanern Steuernachzahlungen von 1,6 Milliarden Euro, wie es bereits im Februar in Kreisen des Finanzministeriums hieß. Wie andere international tätige Konzerne steht auch Google wegen Steuertricks in der Kritik.

Es gehe darum, zu klären, ob Google Ireland Ltd. eine feste Niederlassung in Frankreich hat und ob das Unternehmen gegen Steuer-Vorschriften verstoßen habe, indem es einen Teil seiner Aktivitäten in Frankreich nicht dort angegeben habe. Google erklärte dazu: „Wir halten uns an französisches Recht und kooperieren umfänglich mit den Behörden, um ihre Fragen zu beantworten.“ Die Finanz-Staatsanwaltschaft erinnerte an die Unschuldsvermutung.

In Großbritannien einigte sich der Internetkonzern im Januar mit den Finanzbehörden auf die Zahlung von 130 Millionen Pfund (170 Millionen Euro). Kritiker bemängelten die Vereinbarung jedoch als zu günstig für das Unternehmen.

Diese US-Konzerne bunkern ihr Geld in Steueroasen
Platz 30: Caterpillar
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Die 500 größten US-Konzerne bunkern einer Studie zweier Nichtregierungsorganisationen zufolge aus Steuergründen mehr als 2,1 Billionen Dollar an Gewinnen im Ausland. Bei einer Rückführung müssten sie zusammen 620 Milliarden Dollar an den amerikanischen Staat abführen. Die Liste der Unternehmen kann sich sehen lassen...

So hat Caterpillar insgesamt 18 Milliarden US-Dollar in Steueroasen geparkt – insgesamt sind es 72 verschiedene.

Platz 29: Dow Chemical
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Der Chemiekonzern Dow Chemical hat ebenfalls über 18 Milliarden Dollar in 92 verschiedenen Tochterfirmen in sicheren „Steuerhäfen“ geparkt.

Das linksgerichtete Center for Tax Justice und der U.S. Public Interest Research Group Education Fond riefen in der Studie den Kongress in Washington auf, der Steuer-Praxis der Unternehmen per Gesetz einen Riegel vorzuschieben. Damit würde das Steuersystem fairer werden, das Haushaltsdefizit könne verringert werden und auch die Märkte würden besser funktionieren.

Platz 27: Abbott Laboratories
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Abbott Laboratories liegt mit 23 Milliarden Dollar bei 91 Tochterfirmen noch davor.

Platz 27: AbbVie
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Das Biopharma-Unternehmen AbbVie wurde 2013 als Abspaltung von Abbott Laboratories gegründet und wird an der New Yorker Börse unter dem Symbol „ABBV” gehandelt. Das Unternehmen hat ebenfalls 23 Milliarden Dollar im Ausland geparkt.

Platz 25: Intel
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Der IT-Konzern Intel hat 23,3 Milliarden Dollar bei 14 Firmen in Steueroasen geparkt.

Platz 25: Wal-Mart
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Die US-Handelskette Wal-Mart hat ebenfalls 23,3 Milliarden Dollar im Ausland gebunkert, bei 75 verschiedenen Firmen.

Platz 23: Goldman Sachs
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Die Banker von Goldman Sachs wissen, wo sie ihr Geld anlegen müssen. 24.9 Milliarden Dollar sind in 20 Firmen in Steueroasen gebunkert.

  • rtr
  • dpa
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