Verdacht auf Untreue
Staatsanwalt ermittelt bei Hewlett-Packard

Die frühere Vertriebstochter des amerikanischen Computerkonzerns Hewlett-Packard, HP-International Sales Europe (ISE), ist ins Visier der Generalstaatsanwaltschaft Dresden geraten. Die Behörde ermittelt gegen zehn ehemalige Mitarbeiter der inzwischen aufgelösten Firma wegen des Verdachts der Untreue, Steuerdelikten und Scheinrechnungen.
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DÜSSELDORF. Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche haben die Ermittler Büros des Computerkonzerns am Hauptsitz der deutschen HP-Tochter in Böblingen und an Standorten im europäischen Ausland durchsucht und zahlreiche Akten beschlagnahmt. Gleichzeitig wurden drei ehemalige Mitarbeiter der HP-Vertriebstochter, darunter der Geschäftsführer, verhaftet.

Eine Sprecherin des Computerkonzerns bestätigte die Durchsuchungen. Man arbeite mit den Ermittlungsbehörden eng zusammen. Der Konzern hatte seine Vertriebstochter, die für das Osteuropa-Geschäft zuständig war, vor zwei Jahren aufgelöst und deren Aufgaben auf andere Unternehmensbereiche verteilt.

Der Konzern sei nicht Beschuldigter, sondern Geschädigter, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden. Der Schaden werde auf etwa acht Millionen Euro geschätzt. "Wir stecken mitten in den Ermittlungen", sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Von einer Anklage sei man noch weit entfernt. Zunächst müsste jetzt das umfangreiche Material gesichtet und ausgewertet werden.

Die Ermittlungen laufen seit 2007. Ausgangspunkt waren Unregelmäßigkeiten bei Abrechnungen, die bei einer Steuerprüfung bei einem HP-Kunden aufgefallen waren. Dabei habe es sich um stark überhöhte Rechnungen gehandelt, denen kein realer Gegenwert gegenübergestanden habe. Da Hewlett-Packard auf Veranlassung der Beschuldigten die Rechnungen bezahlt hatte, sei der Verdacht entstanden, es habe sich dabei um Scheinrechnungen gehandelt, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

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