Verdacht des Kursbetrugs nicht erhärtet
Ermittlungen gegen FJH eingestellt

Die Staatsanwaltschaft München hat das Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Kursbetrugs gegen die Vorstände und den Wirtschaftsprüfer des Softwarehauses FJH eingestellt. Der Aktie des Unternehmens tat das gut.

HB MÜNCHEN. Die Vorwürfe aus einer anonymen Strafanzeige hätten sich nicht erhärtet, teilte die Staatsanwaltschaft München am Freitag mit. „Es hat sich kein Anfangsverdacht ergeben“, sagte ein Sprecher. Die Behörde hatte im November gegen die FJH-Vorstände und einen Wirtschaftsprüfer wegen des Vorwurfs des Betrugs, des Kursbetrugs, der Marktpreismanipulation und der unrichtigen Darstellung der Unternehmensverhältnisse ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. FJH hatte die Vorwürfe von Anfang an vehement bestritten und schließt eine Intrige im eigenen Unternehmen als Auslöser des Vorgangs nicht aus.

Nach der Bekanntgabe der Einstellung des Ermittlungsverfahrens legte die im Technologieindex TecDax enthaltene FJH-Aktie am Freitag zeitweise um 15 % auf 21 € zu, gab danach einen Zeil der Zuwächse aber wieder ab. Im November war der Kurs der Aktie um mehr als ein Drittel eingebrochen, nachdem die Ermittlungen auf Grundlage der anonymen Anzeige bekannt geworden waren.

Das auf Software für den Finanzsektor spezialisierte Unternehmen schloss nicht aus, dass die Anzeige von einem seiner Mitarbeiter kam. „Wir glauben nicht, dass die Anzeige aus unserem Haus kam, können es aber nicht vollkommen ausschließen“, sagte Finanzchef Thomas Meindl der Agentur Reuters. Er wollte nicht sagen, ob die Ermittlungen das Geschäft beeinflusst hätten. „Zum Geschäftsverlauf des Gesamtjahres kann ich im Moment noch keine Aussage machen, da das vierte Quartal noch läuft“, sagte er auf die Frage, ob die Jahresprognose bei Umsatz und Gewinn noch stehe.

Meindl deutete an, dass die anonym erhobenen Vorwürfe nicht spurlos an dem Unternehmen vorbei gingen. „Die Ermittlungen haben unser Geschäft insoweit beeinflusst, als dass wir bei jedem Termin darauf angesprochen wurden“, sagte der Finanzchef.

FJH hat für das Gesamtjahr 2003 unter dem Strich einen Gewinnzuwachs von zehn Prozent bei einem nicht näher bestimmten Umsatzwachstum angekündigt. In den ersten neun Monaten hatte das Unternehmen bei steigendem Umsatz ebenfalls mehr verdient: Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg bis September um 22 % auf 21,5 Mill. €. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr auf 95,2 (94,1) Mill. € zu.

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