Verdacht gegen Post-Chef Klaus Zumwinkel
Skandal erreicht die Telekom

Die Ermittlungen gegen den Post-Chef wegen Steuerhinterziehung gehören zu den spektakulärsten der jüngsten Zeit. Der dienstälteste Vorsitzende eines Dax-Unternehmens ist in Wirtschaft und Politik gut verdrahtet. In seinem Konzern hinterlässt er viele Baustellen. Doch auch andere Unternehmen sind betroffen.

DÜSSELDORF/BERLIN. Der Steuerskandal um Postchef Klaus Zumwinkel bringt die Deutsche Telekom in die Bredouille. Denn sollte doch noch ein Haftbefehl gegen den Vorstandschef der Post vollstreckt werden, wäre Zumwinkel seinen Posten als Chefkontrolleur des Magenta-Konzerns los. Dann würde automatisch Lothar Schröder, bislang stellvertretender Aufsichtsratschef der Telekom, sein Nachfolger. Das will der Bund als Großaktionär, aber auch der Finanzinvestor Blackstone in jedem Fall verhindern, berichten Telekom -Insider. Denn der Vertreter der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi war in den wochenlangen Auseinandersetzungen um den Personalabbau im vergangenen Jahr der Gegenspieler von Telekom -Chef René Obermann. Das Verhältnis zwischen Schröder und Obermann gilt als gespannt.

Möglicherweise soll daher eine schnelle Interimslösung gefunden werden. Hinter den Kulissen wird offenbar hektisch an einem Notfallplan gearbeitet. Der neue Aufsichtsratschef soll aus dem Arbeitgeberlager kommen. Ein Rücktritt Zumwinkels würde die Lage vereinfachen, weil man dann keine Hängepartie durchlaufen müsse, hieß es in Unternehmenskreisen. Die Telekom selbst wollte sich nicht zum Zumwinkel-Skandal äußern.

Der 64-jährige Zumwinkel ist seit fünf Jahren Aufsichtsratschef des Bonner Konzerns. Sein Mandat läuft dieses Jahr aus. Die Bundesregierung signalisierte bereits vor den Ermittlungen der Steuerbehörden, dass sie Zumwinkels Vertrag nicht verlängern wolle.

Daher sucht das Unternehmen seit zwei Wochen intensiv nach einem Ersatz. Auf der Hauptversammlung der Telekom am 8. Mai soll dann der Nachfolger für den Aufsichtsratschef präsentiert werden. Der Auswahlprozess sei noch nicht abgeschlossen, hieß es gestern in Aufsichtsratskreisen.

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