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Verdi rügt Einstieg von Springer bei Hamburg 1

Die geplante Übernahme des Hamburger Lokalsenders Hamburg 1 durch den Berliner Axel Springer Verlag stößt bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auf Widerstand. Sie fürchtet, dass der Verlag durch den vollständigen Erwerb nun auch in Hamburg im privaten Lokalfernsehen die „totale Vorherrschaft“ ausübt.

lip HAMBURG. Springer dominiere mit den Zeitungen „Bild“, „Welt“ und „Hamburger Abendblatt“ bereits den hanseatischen Zeitungsmarkt, heißt es bei Verdi. Die Gewerkschaft fordert, dass die Anteile an Hamburg 1 auf mehrere Gesellschafter verteilt werden, um eine „pluralistische Berichterstattung“ zu garantieren. Als mögliche Partner kämen Verlage oder eine öffentlich-rechtliche Institution in Frage.

Die Stadt Hamburg lehnt eine Beteiligung an dem Fernsehsender ab. Wirtschaftssenator Gunnar Uldall sagte: „Wir haben kein Interesse an einer Beteiligung.“

Der Springer-Verlag hatte vergangene Woche angekündigt, den 94 %igen Anteil an dem Lokalsender von der Deutschen Fernsehnachrichtenagentur (DFA) zu übernehmen. Springer hält bislang 6,65 %. Ob der Verlag einen weiteren Partner aufnehmen wird, falls die Kartellbehörden nur eingeschränkt zustimmen, wollte eine Sprecherin des Konzerns nicht kommentieren.

Die Hamburgische Anstalt für Neue Medien (HAM), die die Konzentration der Medien kontrolliert, prüft den Vorgang. Sie untersucht unter anderem die verfassungsrechtlichen Grundsätze, die „zur Vorkehrung gegen die Entwicklung vorherrschender crossmedialer Meinungsmacht bestehen“. Näheres wollte die HAM nicht dazu sagen. In Branchenkreisen wird aber davon ausgegangen, dass die HAM dem Springer-Konzern medienrechtlich die Übernahme der Anteile nur unter Auflagen erlaubt.

Der Springer-Konzern will sich zum künftigen strategischen Konzept des Lokalsenders nicht äußern. Der TV-Sender machte mit 45 Mitarbeitern im vergangenen Jahr einen Verlust, der sich im einstelligen Millionen-Eurobereich bewegen soll.

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