Verdi und Telekom
Tarifeinigung bei T-Systems

Der geplante Abbau von 4900 Stellen überschattete die Tarifrunde bei der Telekom. Der mit der Gewerkschaft Verdi erzielte Tarifabschluss soll die Beschäftigten nun vor Arbeitsplatz- und Reallohnverlusten schützen.
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KölnDie Deutsche Telekom und die Gewerkschaft Verdi haben sich auf einen neuen Tarifvertrag für die Beschäftigen der Telekom-IT-Tochter T-Systems geeinigt. Die rund 20.000 tariflich Beschäftigten sollen in zwei Schritten insgesamt 3,5 Prozent mehr Gehalt bekommen, wie die Telekom und Verdi am Mittwoch mitteilten. Der Abschluss gelte rückwirkend ab April und habe eine zweijährige Laufzeit. Damit bleibt der Abschluss hinter der Gewerkschaftsforderung von 5,5 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten zurück.

Die von Verdi geforderte Jobgarantie kommt mit Verzögerung. Zunächst werde die Telekom-IT-Tochter ihren geplanten Abbau von 4900 Stellen im Inland umsetzen, bevor dann Ende 2015 ein zweijähriger Kündigungsschutz greifen soll, so die Telekom. Der Jobabbau solle sozialverträglich umgesetzt werden. Für die verlustträchtige T-Systems arbeiten hierzulande insgesamt 28.000 Menschen, die größten Standorte sind Bonn, Frankfurt und Stuttgart. Die Tarifverhandlungen waren von den Plänen des Konzerns überschattet worden, bis Ende 2015 insgesamt 4900 Stellen bei T-Systems zu streichen.

T-Systems Vorstand Reinhard Clemens betonte, der Tarifabschluss ermögliche nun eine sozialverträgliche Umsetzung der notwendigen Personalanpassungen. Verdi-Verhandlungsführer Michael Jäkel sprach von einem zufriedenstellenden Gesamtpaket, bei dem die Beschäftigten sowohl vor Arbeitsplatz- als auch vor Reallohnverlusten geschützt würden. Clemens sprach von einem „ausgewogenen Gesamtpaket". Der Abschluss ermögliche dem Unternehmen „eine sozialverträgliche Umsetzung der notwendigen Personalanpassungen sowie eine noch vertretbare Gehaltserhöhung. Er helfe T-Systems, dem enormen Preis- und Kostendruck in der Branche zu begegnen und die Geschäftsmodelle anzupassen.

Dies sieht vor, die Gehälter zum 1. Juni dieses Jahres um 1,5 Prozent und dann zum 1. April 2015 nochmals um zwei Prozent anzuheben. Anfang April hatte sich die Telekom mit Verdi für gut 70.000 Mitarbeiter des Konzerns in Deutschland auf eine Lohnerhöhung von mindestens 4,6 Prozent über einen Zeitraum von 22 Monaten geeinigt. Zudem gab die Telekom eine Jobgarantie ab, durch die betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden.

Der neue Tarifvertrag sieht ein umfangreiches Maßnahmenpaket vor, um den auf zwei Jahre angelegten Personalabbau über Wechselanreize, ein Sonderabfindungsprogramm und Altersteilzeitangebote möglichst sozialverträglich abzufedern. Ab Anfang 2016 - also nach dem Firmenumbau - sollen die verbliebenen Mitarbeiter dann in den Genuss eines zweijährigen Kündigungsschutzes kommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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