Vergleich in jahrelangem Rechtsstreit
Intertainment arrangiert sich mit betrügerischen US-Partnern

Seit Jahren gährt ein Rechtsstreit in den USA, der das Münchener Medienunternehmen Intertainment beinahe in die Pleite getrieben hätte. Nun hat das ehemalige Neue-Markt-Unternehmen einen Vergleich mit seinen US-Kontrahenten geschlossen und darf sich auf Millionen Dollar freuen.

HB BERLIN. Der ehemaligen Chef des Filmproduzenten Franchise Pictures, Elie Samaha, und die Produktionsgesellschaft Sidonian Holdings LLC (ehemals Glickson Investments International LLC) hätten sich verpflichtet, Intertainment insgesamt 3 Mill. Dollar zu zahlen, teilte das Unternehmen am Sonntagabend mit. Zudem habe Samaha seine Besitzansprüche an rund 100 Filmproduktions- bzw. Filmvermarktungsgesellschaften, die ihm vor dem 18. August 2004 zuzurechnen waren, an Intertainment übertragen. Der Wert dieser Anteile könne derzeit nicht beziffert werden, da bei zahlreichen Gesellschaften dritte Parteien Ansprüche angemeldet hätten. Dazu zähle unter anderem der Insolvenzverwalter im Fall Franchise Pictures.

Im Sommer 2004 waren Franchise Pictures, Elie Samaha persönlich sowie Sidonian und 15 weitere Filmproduktionsfirmen wegen Betrugs an Intertainment zu Zahlungen in Höhe von knapp 122 Mill. Dollar verurteilt worden. Für 93 Mill. Dollar mussten die Verurteilten gemeinsam gerade stehen. Der Rest war individuell; 4 Mill. Dollar entfielen auf Samaha persönlich und 1,5 Mill. Dollar auf Sidonian. Kurz nach dem Urteil hatten die meisten der Verurteilten jedoch Insolvenz beantragt.

Intertainment stritt seit 2001 mit seinem ehemaligen Geschäftspartner Samaha und dessen Franchise-Pictures-Konzern. Die Münchener hatten sich verpflichtet, von Franchise produzierte Filme abzunehmen. Dabei legte Franchise dem Urteil zufolge dem deutschen Partner überhöhte Planungen und Rechnungen vor. Banken und Versicherungen in den USA wurden dagegen die tatsächlichen Budgets präsentiert. Es ging unter anderem um den Film "The Whole Nine Yards" mit Bruce Willis und "Battlefied Earth" mit John Travolta.

Die durch nachfolgende Rechtsstreitigkeiten gelähmte Intertainment hatte Anfang des Jahres Insolvenz beantragt, aus der sie sich Ende Juni befreien konnte. Die neu aufgebaute Medienfirma Kinowelt des Münchner Unternehmers Michael Kölmel war im Mai mit 50,1 Prozent bei Intertainment eingestiegen.

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