Vergleichsportal Pro Sieben übernimmt Verivox

Das Verbraucherportal Verivox gehört künftig zum Medienkonzern ProSieben Sat.1. Mit dem mehr als 170 Millionen Euro schweren Kauf stemmt der Fernsehkonzern die bisher größte Einzelübernahme in seiner Digitalsparte.
Update: 26.06.2015 - 13:20 Uhr Kommentieren
Das Vergleichsportal gehört künftig zu ProSiebenSat.1. Quelle: dpa
Verivox

Das Vergleichsportal gehört künftig zu ProSiebenSat.1.

(Foto: dpa)

MünchenProSieben Sat.1 will das Online-Vergleichsportal Verivox kaufen und damit sein Internetgeschäft weiter ausbauen. 170 Millionen Euro will der Konzern für 80 Prozent der Anteile sofort auf den Tisch legen, wie die Sendergruppe am Freitag mitteilte. Hinzu komme noch ein Betrag, der vom operativen Ergebnis des Internetportals abhänge – in Höhe von maximal 40 Millionen Euro. Das Bundeskartellamt muss der Übernahme noch zustimmen. Für ProSiebenSat.1 wäre es der bislang größte Zukauf eines Online-Unternehmens.

Wie die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX aus Verhandlungskreisen erfuhr, liegt der Kaufpreis etwa beim Zehnfachen des jährlichen Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von Verivox. Zum Vergleich: Die Deutsche Telekom rühmte sich zuletzt damit, den Großteil der Scout24-Gruppe für das Zwanzigfache des Ebitda an einen Finanzinvestor verkauft zu haben. Im Vergleich dazu hätte ProSiebenSat.1 also günstig eingekauft. Allerdings beziehen Unternehmen bei solchen Rechnungen nicht immer die Schulden der gekauften Firma mit ein.

ProSieben Sat.1 erwirbt seit Jahren Online-Plattformen. Auch andere Vergleichsportale wie billiger-mietwagen.de oder das Reiseportal weg.de gehören den Münchnern. Die Sendergruppe macht sich damit unabhängiger von Werbeerlösen, die wiederum stark an die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland geknüpft sind. ProSieben Sat.1 wächst im Online-Geschäftsfeld deutlich schneller als im klassischen TV-Geschäft. Im vergangenen Jahr hatte der Digital-Umsatz um mehr als ein Viertel zugelegt und macht inzwischen mehr als 20 Prozent des Konzernumsatzes aus.

Mit Verivox steigt ProSieben Sat.1 nun auch größer in den Vergleich von Strom- und Gasanbietern ein. Verivox gehört in diesem Markt laut Mitteilung in Deutschland zu den führenden Anbietern. Auf der Seite können Verbraucher Energieanbieter vergleichen, aber auch Telekom-, Kredit-, und Autoversicherungsangebote.

Das sind die Giganten der Medienwelt
Gute Unterhaltung aus den USA?
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Fernsehsender, Zeitungen, Kinostudios – und zunehmend Online-Dienste: Medien sind ein Milliardengeschäft – im Foto eine Szene aus „The Late Show“ mit David Letterman (rechts) und US-Präsident Barack Obama (links) zu Gast. Auf Basis der Erlöse des Jahres 2014 hat das Berliner Institut für Medien- und Kommunikationspolitik unter Leitung des Medienwissenschaftlers Lutz Hachmeister ein Ranking der 100 größten Medienunternehmen der Welt erstellt. Wir zeigen die Top 10.

Platz 10: Apple
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Erstmals ist Apple in den Top Ten der weltgrößten Medienunternehmen. Möglich macht das eine Änderung der Systematik der Rangliste: Grundlage für die Einordnung in das Ranking waren ausschließlich die Erlöse der Abteilung iTunes, Software & Services, die bei 13,6 Milliarden Euro lagen. Bisher wurde Apple in der Liste nicht berücksichtigt.

Platz 9: Bertelsmann
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Einziges europäisches Medienunterhemen in den Top Ten ist Bertelsmann mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro. Wichtigste Erlösquelle ist die TV-Holding RTL Group. Aber den Konzern zieht es zunehmend in medienfremde Gefilde. So soll das Geschäft mit der Bildung zu einer neuen Unternehmenssäule ausgebaut werden.

Platz 8: Sony
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Mit einem Medienumsatz von 17,8 Milliarden Euro ist Sony abermals das größte nichtamerikanische Medienunternehmen der Welt. Im Gesamtkonzern des japanischen Unterhaltungselektronikriesen, zu dem das Hollywood-Studio Sony Pictures Entertainment, der Musik-Major Sony Music Entertainment sowie eine erfolgreiche Games-Sparte gehört, gewinnen Medienerlöse zunehmend an Gewicht.

Platz 7: Time Warner
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Time Warner, das einst größte Medienunternehmen der Welt, ist das Resultat mehrerer Fusionen. Zu ihm gehören das Hollywoodstudio Warner Bros. (Tom Hardy in Mad Max: Fury Road), das Verlagshaus Time Inc., die Filmproduktion New Line Cinema, der Pay-FV-Sender HBO und die TV-Holding Turner Broadcasting Systems. Das Medienhaus erlöste zuletzt 20,6 Milliarden Euro.

Platz 6: Viacom
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Viacom CBS, das auf einen Umsatz von 20,8 Milliarden Euro kommt, besteht aus zwei börsennotierten Gesellschaften, die beide von der Holding National Amusements Inc. des Firmenpatriarchen Sumner Redstone kontrolliert werden. Zu Viacom gehören die TV-Sender MTV und Nickelodeon sowie das Hollywoodstudio Paramount, zu CBS das Free-TV-Geschäft um das gleichnamige landesweite TV-Network, die TV-Produktion sowie Verlage und Außenwerbung.

Platz 5: DirecTV
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Mit einem Umsatz von 24,3 Milliarden Euro ist DirectTV der führende amerikanische Anbieter für Satelliten-Pay-TV. Das Telekommunikationsunternehmen AT&T will DirectTV für 48 Milliarden Dollar übernehmen. Dem Deal, gegen den die Video-Onlineplattform Netflix klagt, muss noch die amerikanische Kontrollbehörde FCC zustimmen.

ProSieben Sat.1 kauft vor allem Online-Portale, die sich gut in Fernsehwerbung auf den Sendern der Gruppe vermarkten lassen. Mit Sendungen wie dem Weg.de-Reiseclub auf Sat.1 oder dem Flaconi-Lifestyle-Club auf dem Sender Sixx holt die Gruppe einige ihrer Beteiligungen auch direkt ins Programm.

Bereits Anfang des Jahres hatte es Berichte über ein Interesse von ProSieben Sat.1 an Verivox gegeben. Der Konzern hatte das damals nicht kommentiert.

  • dpa
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