Verhaftungen im Com-Skandal
Weitere Siemens-Mitarbeiter in Haft

Im Skandal um die Schmiergeldzahlungen in der Siemens-Telekommunikationssparte sind zwei weitere Manager des Elektronikkonzerns in Haft genommen worden. So kocht zusätzlich zu den Bestechungsvorwürfen von Betriebsräten die Com-Geschichte wieder hoch.

HB MÜNCHEN. Im Korruptionsskandal bei der Siemens-Netzwerksparte hat die Staatsanwaltschaft erneut zwei Konzernmitarbeiter verhaftet. Wie Siemens am Donnerstag mitteilte, wurden ein aktiver Konzernmitarbeiter sowie ein ehemaliger Beschäftigter festgenommen, der das Unternehmen vergangenen September von sich aus verlassen habe. Der noch bei Siemens tätige Mitarbeiter sei inzwischen vom Dienst suspendiert worden. Im Umfeld von Siemens hieß es, es handele sich um Personen aus dem mittleren Management.

Das Unternehmen bestätigte zudem, dass die Staatsanwaltschaft München zu Beginn der Woche erneut Konzernbüros im Zusammenhang mit der Affäre um schwarze Kassen bei der Siemens-Netzwerkssparte durchsucht hat. „Siemens kooperiert mit der Staatsanwaltschaft und hat ihr alle benötigten Unterlagen zur Verfügung gestellt“, erklärte der Konzern.

Die Strafermittler haben in der Korruptionsaffäre über 30 Personen vernommen, darunter Ex-Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger und den früheren Vorstand Thomas Ganswindt. Die Staatsanwaltschaft prüft Geldströme im Umfang von 200 Mill. Euro, Siemens selbst betrachtet 420 Mill. als kritisch. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Geld von früheren Mitarbeitern und deren Komplizen aus der Firmenkasse abgezweigt und als Schmiergeld im Ausland verwendet worden ist.

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