Verhaltener Optimismus
Epcos verlagert nochmals Jobs

Der Hersteller elektronischer Bauelemente Epcos hat im dritten Geschäftsquartal wegen anhaltender Nachfrageschwäche und sinkender Preise deutlich weniger verdient und will seinen Sparkurs verschärfen. Für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr 2002/03 strebt der Konzern indes weiter operativ schwarze Zahlen an. Zudem verwies Epcos auf Anzeichen für eine Geschäftsbelebung.

Reuters MÜNCHEN. „Angesichts des unverändert schwierigen Umfelds kommen wir allerdings an weiteren schmerzhaften Maßnahmen nicht vorbei“, kündigte Epcos-Chef Gerhard Pegam am Donnerstag an. Die Sparanstrengungen - vor allem in Deutschland und Frankreich - sollen weiter forciert werden. „Derzeit laufen Planungen für zusätzliche Produktionsverlagerungen in Länder mit niedrigen Arbeitskosten - insbesondere nach Osteuropa und China“, sagte Pegam. Im vierten Quartal werde Epcos hierfür bilanzielle Vorsorge in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionenbetrags - voraussichtlich weniger als 20 Millionen Euro - treffen Die Aktie der im Technologieindex TecDax gelisteten Gesellschaft legte bis zum Abend um 7,8 Prozent auf 12,27 Euro zu. Ein Händler sagte: „Bei Epcos treibt ganz klar der Ausblick den Kurs.“ Die Zahlen seien dagegen nicht berauschend gewesen.

Epcos ist verhalten optimistisch

Im Zeitraum April bis Juni brach das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) auf drei Millionen Euro nach zehn Millionen Euro im Vorquartal ein. Analysten hatten im Schnitt mit 4,7 Millionen Euro gerechnet. Trotz anfallender Sonderaufwendungen für den härteren Sparkurs rechne Epcos aber mit einem positiven Ebit auch im gesamten Geschäftsjahr. Im vierten Quartal werde ein Umsatz „in etwa auf oder leicht über“ dem Niveau des Vorquartals erwartet, der Preisverfall werde mit im Schnitt rund drei Prozent auf Höhe des Vorquartals liegen.

Trotz der schwachen Quartalszahlen zeigte sich Epcos verhalten positiv für die nähere Zukunft. Zwar seien derzeit keine Anzeichen für eine nachhaltige Belebung auf breiter Front zu erkennen, dennoch stimmten die zuversichtlichen Prognosen wichtiger Halbleiterhersteller vorsichtig optimistisch. Die Bedarfsprognosen von Kunden bei einzelnen Produktbereichen ließen auf eine Verbesserung in den kommenden Monaten schließen.

Epcos, Branchenzweiter nach Murata, fertigt rund 40 000 verschiedene so genannte passive Bauelemente, die in elektronischen Geräten - vom Kühlschrank über das Handy bis hin zum Auto - zum Einsatz kommen. Neben der schwachen Nachfrage in Bereichen wie etwa der Telekommunikationsindustrie machen dem Unternehmen hoher Preisdruck und die Euro-Stärke zu schaffen, die für zusätzliche Wettbewerbsnachteile.

Der Umsatz im dritten Geschäftsquartal 2002/03 sank auf 302 (Vorquartal 323) Mill. €. Nach Steuern wurden zwei Millionen Euro im Quartal verdient. Während die Nachfrage aus der Automobil-Industrie auf Vorquartalsniveau verharrte, büßte das Geschäft mit Bauteilen für Konsum-Elektronik und Telekommunikation elf beziehungsweise neun Prozent ein.

Die schwache Nachfrage sei durch die Auswirkungen der Sars-Epidemie verstärkt worden, hieß es. In China sei der Absatz von Mobiltelefonen und Unterhaltungs-Elektronik „dramatisch“ gesunken. Gerätehersteller hätten mit Produktionskürzungen und der Verschiebung von Bauelementebestellungen reagiert. Wegen des vergleichsweise schwachen Dollar seien zudem auch die Marktpreise in Europa weiter unter Druck geraten. Epcos verzeichnete einen Auftragseingang von 271 Millionen Euro.

„Wir können noch nicht exakt sagen, wie viele Arbeitsplätze betroffen sein werden,“ sagte ein Sprecher mit Blick auf die angestrebte Verlagerung. Im Vordergrund stünden Frankreich und Deutschland. Epcos verfügt weltweit über 13.100 Beschäftigte, davon etwa 2400 in Deutschland. Für 2003 hatte der Konzern bereits die Verlagerung von 1000 Hochlohnstellen in andere Länder angekündigt.

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