Verhandlungen ergebnislos abgebrochen
Telekom-Tarifstreit droht zu eskalieren

Die Tarifverhandlungen für die 110 000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Telekom sind auch in der fünften Runde ergebnislos geblieben. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi wies am Freitag ein Angebot des Managements zurück und drohte mit Streiks. Damit bahnt sich einer der größten Tarifkonflikte seit Privatisierung des Unternehmens an.

HB BONN. Nachdem der Vorstand bei der fünften Verhandlungsrunde am Freitag in Bonn ein Angebot über eine Einmalzahlung vorgelegt hatte, kündigte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi an, der großen Tarifkommission an diesem Samstag den Abbruch der Gespräche und eine Ausweitung der Warnstreiks zu empfehlen.

Personalvorstand Heinz Klinkhammer hatte in der Tarifrunde für die 110 000 Mitarbeiter der Deutschen Telekom AG eine Einmalzahlung von 1000 Euro geboten. Ein Viertel der Summe sollte in Aktien gezahlt werden. Die Zahlung entspricht einer Lohnanhebung von 1,4 bis 3,5 Prozent. Verdi bezeichnete das Angebot der Konzernführung als „nicht akzeptabel“.

Deren Verhandlungsführer Lothar Schröder sagte: „Auf dieser Basis brauchen wir nicht weiter zu reden“. Er kritisierte, dass die Einmalzahlung nicht tabellenwirksam sei und die Telekom-Beschäftigten von der allgemeinen Einkommensentwicklung abgekoppelt würden. Verdi fordert für die Beschäftigten vor dem Hintergrund der Rekordgewinne aus 2005 Einkommensverbesserung von sechs Prozent.

Personalvorstand Heinz Klinkhammer bezeichnete die Forderung als „realitätsfern“. Er verwies dabei auf den Rückgang der Kunden- und Ergebniszahlen im ersten Quartal. Mit der Einmalzahlung lasse die Telekom ihre Mitarbeiter an dem erfolgreichen Geschäftsjahr 2005 teilhaben, sagte er. Auszubildende, Beamte und Mitarbeiter der Beschäftigungsgesellschaft Vivento sind von der Einmalzahlung ausgenommen.

Da das Angebot der Telekom nicht verhandlungsfähig sei, werde die Tarifkommission voraussichtlich für einen Abbruch der Gespräche stimmen, sagte Verdi-Verhandlungsführer Schröder weiter. „Die Warnstreiks würden dann zu Streiks mit tief greifender Wirkung ausgeweitet“. Beendet werden die Arbeitskampfmaßnahmen sofort, wenn ein Tarifpartner einen Schlichter anruft und damit eine neue Friedenspflicht beginnt.

Das Angebot der Telekom richtet sich an die Mitarbeiter der Festnetzsparte T-Com und der Konzernholding. Personalvorstand Klinkhammer hofft auf eine baldige Einigung mit Verdi. Der Konflikt zwischen Verdi und der Telekomführung hatte sich schon seit der vergangenen Woche zugespitzt. Mehrere tausend Telekom-Mitarbeiter waren seit Montag in Warnstreiks getreten.

Seite 1:

Telekom-Tarifstreit droht zu eskalieren

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%