Verhandlungen gescheitert
Microsoft vor Rekordbußgeld der EU

Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft muss trotz Zugeständnissen in der letzten Minute mit einem millionenschweren EU-Rekordbußgeld wegen vermuteten Markt-Missbrauchs rechnen. Im Kartellstreit wurde keine Einigung erreicht.

HB BRÜSSEL. Nach dreitägigen Verhandlungen mit Microsoft-Chef Steve Ballmer erklärte Wettbewerbskommissar Mario Monti die Gespräche am Donnerstag für gescheitert. Damit wird die Kommission kommende Woche aller Voraussicht nach ein Bußgeld in dreistelliger Millionenhöhe wegen Wettbewerbsvergehen verhängen und von dem Unternehmen Änderungen in der Geschäftsstrategie verlangen. Ferner wird die Kommission feststellen, dass der weltgrößte Softwarehersteller seine dominante Marktposition in der Europäischen Union (EU) missbraucht hat. In den USA hatte dies ein Gericht bereits 2001 festgestellt. Die Kommissionsentscheidung könnte den Weg frei machen für zusätzliche Kartellverfahren in den EU-Mitgliedsländern.

Der Streit wird sich aber womöglich noch mehrere Jahre hinziehen, weil Microsoft gegen den Beschluss vor Gericht ziehen will. Ballmer äußerte die Hoffnung, zu einem späteren Zeitpunkt eine Einigung zu erzielen. Die Microsoft-Aktie reagierte mit deutlichen Kursverlusten auf die gescheiterten Verhandlungen.

Die EU-Kommission wird am Mittwoch ihre Kartellentscheidung gegen Microsoft beschließen. Demnach soll der Konzern in Europa künftig eine zweite Version des weit verbreiteten Windows-Betriebssystems anbieten, die nicht mit dem Media Player von Microsoft ausgerüstet ist. Der Media Player ist eine Software, die Musik und Videos auf dem Computer abspielt. Die EU-Kommission hält die Verknüpfung dieses Programms mit Windows für wettbewerbsschädlich, weil Microsoft damit konkurrierende Software für audiovisuelle Anwendungen aus dem Markt dränge. Als zweite zentrale Forderung verlangt die Kommission von Microsoft, konkurrierenden Server-Herstellern gegen eine angemessene Lizenzgebühr mehr Patentinformationen zu Windows zur Verfügung zu stellen.

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