Verhandlungen über Konzernumbau
Telekom geht Gewerkschaften mit Zuckerbrot und Peitsche an

Die Deutsche Telekom will die Gewerkschaft Verdi mit tausenden neuen Stellen für den geplanten Konzernumbau gewinnen. Gleichzeitig warnt das Unternehmen die Arbeitnehmer allerdings auch.

HB FRANKFURT. Bei Lohnsenkungen und Mehrarbeit könne die Telekom „aus dem Stand heraus einige tausend neue Arbeitsplätze schaffen“, sagte der kommissarische Personalchef und Verhandlungsführer Karl-Gerhard Eick am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin.

Das Unternehmen will rund 50 000 Mitarbeiter in konzerneigene Gesellschaften ausgliedern und dort bei längerer Arbeitszeit für weniger Geld beschäftigen. Verdi hat den Vorschlag der Telekom, der unter anderem Einkommenseinbußen von 12 Prozent vorsieht, als unannehmbar zurückgewiesen und mit Streik gedroht.

Eick sagte, unter einem Arbeitskampf würden vor allem die Kunden der Telekom leiden. „Das ist eine Situation, die wir uns nicht wünschen. Aber wenn sie sein muss, muss sie sein.“ Er kündigte erneut an, gegen einen Streik juristisch vorgehen zu wollen: „Nach vorne blickend müssen wir uns (...) darüber Gedanken machen, ob wir, wenn flächendeckende Streiks ausgerufen werden würden, nicht auch juristische Schritte unternehmen würden, um die Rechtmäßigkeit derartiger Aktionen zu überprüfen.“ Ein Streik löse keine Probleme und schaffe keine Arbeitsplätze, sagte Eick weiter.

Die Verhandlungen zwischen der Deutschen Telekom und der Gewerkschaft über den geplanten Konzernumbau waren am späten Dienstagabend unterbrochen worden. Die Gespräche sollen an diesem Mittwoch im rheinland-pfälzischen Mayschoß fortgesetzt werden.

Kompromissbereitschaft



„Wir sind nach wie vor kompromissbereit“, sagte Eick am Rande der Gespräche am Dienstag. In der fünften Runde der harten Verhandlungen legte Eick ein verbessertes Angebot vor. So verzichtet die Telekom auf das geforderte Überstundenbudget. Bislang hatte die Telekom verlangt, dass die Beschäftigten in Spitzenzeiten bis zu 100 Stunden mehr arbeiten sollen. Diese Budgets seien jetzt vom Tisch, hieß es in Unternehmenskreisen. Die Telekom verlangt nur noch die Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit von 34 auf 38 Stunden. Auch bei den Themen Kündigungsschutz über 2010 hinaus, Gehaltsreduzierungen und Härtefallfonds will der Konzern auf Verdi zugehen.

„Die Verhandlungen sind relativ festgefahren, die Gräben sind tief“, sagte allerdings Verdi-Verhandlungsführer und Telekom-Aufsichtsrat Lothar Schröder.

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