Verhandlungen über Stellenauslagerungen
Telekom bringt Mitarbeiter gegen sich auf

Die Verhandlungen zwischen der Deutsche Telekom und Verdi über die geplante Auslagerung von rund 50 000 Mitarbeitern in konzerneigene Gesellschaften stecken fest. Die Telekom hat erstmals öffentlich ihre Bedingungen genannt, die harte Einschnitte für die Beschäftigten vorsehen. Die Gewerkschaft reagiert prompt und heftig.

HB BONN. „Bei dem jetzigen Denkmodell ist eine Einigung völlig ausgeschlossen“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Bonn. Das weitere Vorgehen werde am Nachmittag mit der Großen Verhandlungskommission beraten.

Die Tarifparteien hatten in der Nacht zum Dienstag ihre Verhandlungen vertagt, aber keinen neuen Gesprächstermin genannt. Am Morgen stellte der Bonner Konzern dann einen Kompromissvorschlag vor, der deutliche Gehaltseinschnitte umfasst. Die Löhne der von der geplanten Auslagerung in T-Service betroffenen Mitarbeiter sollen in den kommenden zweieinhalb Jahren um zwölf Prozent gesenkt werden, sagte der Konzernsprecher. Im Gegenzug gewähre die Telekom einen Kündigungsschutz und Verkaufsverzicht bis Ende 2010. Zudem stellte der Konzern die Schaffung neuer Arbeitsplätze in Aussicht, wobei diese Beschäftigten weniger verdienen sollen.

„Das ist eine katastrophale Zumutung für die Beschäftigten“, kritisierte Verdi-Mann Schröder, der auch im Aufsichtsrat des Bonner Konzerns sitzt. Die Vorschläge des Konzerns für die Gehälter betrachte er nicht als Angebot. Die Telekom-Aktie weitete in Reaktion auf die Verdi-Erklärung ihre Verluste aus.

„Ziel der Deutschen Telekom bleibt es, die Gespräche zeitnah fortzusetzen, um in Verhandlungen mit Verdi einen tragfähigen Kompromiss im Interesse der Mitarbeiter zu erreichen“, sagte ein Konzernsprecher. Telekom und Verdi hatten in der vierten Verhandlungsrunde nach Angaben des Bonner Konzerns erstmals eine Annäherung erzielt. Verdi-Mann Schröder sagte hingegen, inhaltlich seien sich die Parteien in den jüngsten Verhandlungen nicht näher gekommen.

Die Telekom will die rund 50 000 Beschäftigten in Servicegesellschaften unter dem Dachnamen T-Service auslagern. Der Bonner Konzern will mit dem Umbau die Kosten um bis zu 900 Mill. Euro senken und die Servicequalität verbessern. Unter anderem sollen die Mitarbeiter für weniger Geld länger arbeiten als bisher.

Sollte keine Einigung erzielt werden, will das Unternehmen T-Service im Alleingang zum 1. Juli gründen. Vorstandschef René Obermann sagte, dass mit der Gründung von T-Service der Abbau von Arbeitsplätzen vermieden werde. Verdi lehnt die Pläne ab und verlangt tariflichen Schutz für die Beschäftigten. Sollten sich die Parteien nicht einigen, drohen groß angelegte Streiks. Warnstreiks gab es schon.

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