Verhandlungen vertagt
Verdi und Telekom finden keine Lösung

Das Ringen um die Telekom-Umbaupläne und den damit verbundenen umstrittenen Stellenumbau gestaltet sich äußerst zäh. Die Gespräche zwischen Management und der Gewerkschaft Verdi sind am späten Mittwochabend erneut unterbrochen worden.

HB MAYSCHOSS. Die Verhandlungen würden am Donnerstagvormittag fortgeführt, sagte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder, ohne sich zum Inhalt der Gespräche zu äußern. Zur fünften Verhandlungsrunde waren am Morgen nach Gewerkschaftsangaben rund 1300 Telekom-Beschäftigte in das rheinland-pfälzischen Mayschoß gekommen. Lautstark machten sie ihrer Wut über die geplante Auslagerung von 50 000 Service-Beschäftigten in konzerneigene Gesellschaften Luft und unterstrichen ihre Streikbereitschaft. Den Weg für die Urabstimmung hatte der Verdi-Bundesvorstand am Dienstagabend freigemacht.

Die Gewerkschaft droht mit einem Abbruch der Verhandlungen, sollte die Telekom ihr Angebot nicht deutlich nachbessern. „Unsere Geduld neigt sich dem Ende zu“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder vor den Beschäftigten. Durch ein Urteil des Bundesarbeitsgericht sieht sich die Gewerkschaft für einen möglichen Streik gestärkt.

Verdi lehnt die Auslagerung ab und will mit der Telekom vorrangig über einen umfassenden tariflichen Schutz bei Auslagerung verhandeln. Einen Vorschlag der Telekom, der unter anderem Einkommenseinbußen von zwölf Prozent bei einem verlängerten Kündigungsschutz bis Ende 2010 vorsah, hatte die Gewerkschaft als unannehmbar zurückgewiesen.

Telekom-Verhandlungsführer Karl-Gerhard Eick hatte signalisiert, in verschiedenen Punkten auf die Gewerkschaft zugehen zu wollen. So könne die Telekom im Gegenzug für niedrigere Einstiegsgehälter für Berufsanfänger einige Tausend neue Stellen schaffen.

Die Telekom will zum 1. Juli 50 000 Service-Mitarbeiter aus der Festnetzsparte in drei neue konzerneigene Gesellschaften auslagern, wo sie bei längerer Arbeitszeit weniger verdienen sollen als bisher. Damit will der Konzern bis 2010 bis zu 900 Mill. Euro jährlich sparen und wettbewerbsfähiger werden. In Verhandlungskreisen hatte es geheißen, die Telekom sei Verdi beim Thema Wochenarbeitszeit und Überstunden entgegen gekommen.

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