Verizon will keine feindliche Übernahme
MCI weist erneut Qwest-Übernahmeangebot zurück

Schon wieder wird der US-Telekomkonzert Qwest abgewatscht. Er möchte gerne den Konkurrenten MCI übernehmen, doch dessen Management sträubt sich - und hat auch das neueste Übernahmeangebot von 9,1 Milliarden Dollar abgelehnt.

HB PHILADELPHIA. MCI wolle weiter bei einem Angebot von Verizon Communications von 7,6 Milliarden Dollar bleiben, teilte Qwest am Mittwoch mit. Man sei zwar weiterhin der Meinung, dass das eigene Angebot besser sei, werde aber den Aktionären die nächsten Schritte in dem seit zwei Monaten anhaltenden Bieterwettbewerb entscheiden lassen. Ein Vertreter von MCI war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Wie das "Wall Street Journal" (WSJ) auf seiner Internetseite berichtet, hat der Vorstand am späten Dienstag abgestimmt und beschlossen, seinen Aktionären weiterhin das Angebot von Verizon zu empfehlen.

In einer Telefonkonferenz zwischen MCI-Managern und dem Qwest-Vorstandschef Richard Notebaert habe MCI Dienstagnacht gefordert, dass Qwest die Offerte auf 30 Dollar von aktuell 27,50 Dollar je Aktie anhebt. Dem Bericht des WSJ zufolge hat MCI auch gefordert, dass Qwest die Offerte nicht abhängig von etwaigen Kundenverlusten nach einer Einigung macht. Angesichts der Weigerung von Notebaert, das Angebot weiter anzuheben, habe sich der Board gegen Qwest entschieden. Qwest bestätigte am Mittwochmorgen, dass die jüngste Offerte von MCI erneut abgewiesen wurde. Nun werde es zu einem Bietergefecht kommen, da viele Aktionäre von MCI das Angebot von Qwest präferierten.

In dem Bieterstreit offeriert Qwest den Aktionären von MCI 27,50 Dollar je Aktie nach zuletzt 25,60 Dollar. Verizon bietet aktuell 23,10 Dollar pro Anteilsschein. Bisher hatte sich der Vorstand stets für eine Übernahme durch Verizon ausgesprochen - auch wenn deren Offerten unter den Angeboten von Qwest gelegen hatten. Der Board hatte dabei unter anderem auf die weniger sichere Finanzierung von Qwest verwiesen.

Verizon hatte jüngst erklärt, keine feindliche Übernahme zu versuchen: Sollte MCI sich Qwest beugen und deren Angebot als höher bewerten, sei Verizon nicht länger an der Teilnahme an diesem Verkaufsprozess interessiert. Denn das hieße, dass MCI mehr an kurzfristigen Ergebnissen als an langfristigen Aussichten interessiert sei.

Qwest und Branchenprimus Verizon haben in dem Wettstreit um MCI vor allem deren lukratives Geschäft mit Kommunikationsdienstleistungen für Unternehmen im Auge. Qwest will sich zudem den Barmittelbestand von MCI sichern. Dieser würde bei einer Übernahme helfen, den Schuldenberg von Qwest von rund 17 Milliarden Dollar abzutragen.

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