Verkauf an Finanzinvestoren perfekt
Philips behält einen Teil seiner Chip-Sparte

Dass Philips seine Chip-Sparte an eine Gruppe von Finanzinvestoren abstoßen würde, war in der Branche schon seit Tagen bekannt. Nun hat der niederländische Elektronikkonzern das Geschäft offiziell gemacht – und für eine kleine Überraschung gesorgt. Philips steigt nicht ganz aus.

HB AMSTARDAM/SAN FRANCISCO. Die Investmentfirmen Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR) , Silver Lake Partners und Alpinvest übernähmen 80,1 Prozent von Philips Semiconductor für 3,4 Mrd. Euro, teilte Philips am Donnerstagabend mit. Philips selbst schließe damit seine Neuausrichtung auf weniger zyklische Aktivitäten ab. Der Konzern will sich stärker als bisher auf Elektronik-Produkte für die Bereiche Lifestyle und Gesundheitspflege konzentrieren; zudem hat Philips eine starke Medizintechnik-Sparte.

Die Halbleiteraktivitäten von Philips lagen mit einem Umsatz von knapp 5,9 Mrd. Dollar und einem Marktanteil von 2,5 Prozent vergangenes Jahr auf dem neunten Platz der Weltrangliste, die von Intel (34,6 Mrd. Dollar Umsatz) angeführt wird. Philips Semiconductors stellt überwiegend Chips für Unterhaltungselektronik, Autos und Mobiltelefone her. Nach Angaben von Philips erhält die Sparte nun die Möglichkeit, ihr volles Potenzial zu entfalten. Es gebe eine sehr gute Grundlage, auf der das neue Halbleiterunternehmen erfolgreich wachsen und als unabhängige Firma im Wettbewerb bestehen könne. Branchenexperten sehen das genauso: Der Bereich könne nun als eigenständige Firma mehr Kunden gewinnen als dies unter dem Dach von Philips möglich gewesen sei.

Durch das Geschäft mit dem Konsortium wird die Sparte nach Angaben von Philips insgesamt mit 8,3 Mrd. Euro bewertet. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus der Verkaufssumme sowie 4 Mrd. Euro Schulden und etwa 900 Mill. Euro für den Anteil, den Philips behält. Die Gesamtsumme hatten Branchenkreise dem Handelsblatt bereits im Vorfeld des Vertragsabschlusses genannt.

KKR, Silver Lake und Alpinvest haben sich damit gegen zwei weitere Bietergruppen mit Blackstone, Permira und Texas Pacific auf der einen sowie Apax Partners, Bain Capital und Francisco Partners auf der anderen Seite durchgesetzt. Als ausschlaggebender Grund für KKR/Silver Lake/Alpinvest gilt eine vorangegangene Übernahme: Im Dezember 2005 hatten die beiden erstgenannten Finanzinvestoren Avago Technologies für 2,66 Mrd. Dollar übernommen, die Halbleitersparte des US-Konzerns Agilent. Experten erwarten deshalb besonders hohe Synergie-Effekte, was das Trio wohl veranlasst hat, einen höheren Preis als die Konkurrenz für die Philips-Sparte zu zahlen. Schätzungen von Branchenanalysten über den angemessenen Kaufpreis schwanken um die 7 Mrd. Euro.

Seite 1:

Philips behält einen Teil seiner Chip-Sparte

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%