Verkauf an O2-Mutter
EU-Kommission lässt Kartellamt nicht an E-Plus-Übernahme

Kartellamtspräsident Andreas Mundt hatte darauf gepocht, die Übernahme des Mobilfunkers E-Plus durch Telefónica („O2“) schärfer prüfen zu dürfen. Jetzt macht die EU-Kommission das selbst. Mundt gibt sich versöhnlich.
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FrankfurtDie EU-Kommission will die geplante Übernahme von E-Plus durch Telefónica Deutschland gründlicher prüfen. Sie habe Bedenken, dass die Transaktion den Wettbewerb auf dem deutschen Mobilfunkmarkt und beeinträchtigen könne und habe deshalb eine vertiefte Prüfung eingeleitet, teilte die Kommission am Freitag in Brüssel mit. Die Frist für eine Entscheidung ende am 14. Mai. Eigentlich hatte das Bundeskartellamt die Fusion auf Herz und Nieren prüfen wollen.

Die O2- und E-Plus-Mutterkonzerne, Telefónica und KPN, hatten den 8,6-Milliarden-Euro-Deal ihrer deutschen Töchter Ende Juli verkündet. Entstehen soll aus der bisherigen Nummern drei und Nummer vier der größte deutsche Mobilfunk-Anbieter mit insgesamt 43 Millionen Kunden – vor der Deutschen Telekom und Vodafone.

„Dass die Kommission jetzt die sogenannte zweite Phase einleitet macht deutlich, dass der Fall auch in Brüssel nicht einfach durch gewunken wird“, so Kartellamtspräsident Andreas Mundt zu Handelsblatt Online. Eine Verweisung zum Bundeskartellamt sei nicht mehr sehr wahrscheinlich, könne aber theoretisch noch bis Mitte Februar erfolgen.

Da Telefónica auch über ein Festnetz in Deutschland verfügt, könnten die beiden Unternehmen den Marktführer Deutsche Telekom und den zweitgrößten Anbieter Vodafone auch auf diesem Markt angreifen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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