Verkauf an Permira und KKR
Pro Sieben Sat 1 geht an Finanzinvestoren

Die Finanzinvestoren KKR und Permira haben nach Informationen des Handelsblatts den Zuschlag für Deutschlands größen TV-Konzern Pro Sieben Sat 1 bekommen. Die Unterschriften unter den Verträgen fehlen aber noch. Sind sie geleistet, wäre der Weg frei für eine Fusion mit einer anderen Branchengröße, die bereits im Besitz des Käuferduos ist.

HB/hps MÜNCHEN. Die Eigentümer des TV-Konzerns um den US-Milliardär Haim Saban hätten sich in der Nacht für das Angebot des Konsortiums entschieden, erfuhr das Handelsblatt aus informierten Kreisen. Wie von Beteiligten berichtet wird, soll noch am heutigen Donnerstag der Verkauf offiziell bestätigt werden. Von Permira und KKR hieß es einschränkend, unterschrieben sei noch nichts. Pro Sieben Sat 1 war für einen Kommentar zunächst nicht zu erreichen.

Der Preis ist unbekannt. Branchenkreise gehen von fast 3 Mrd. Euro für 50,5 Prozent der Sendergruppe aus. Auf die einzelne Aktie umgebrochen sind das 28 bis 29 Euro, die Saban zusammen mit seinen Partnern wie Hellman & Friedman, Providence und Bain instreichen kann. Kein schlechtes Geschäft. Der amerikanisch-israelische Medienmilliardär hatte im August 2003 die Senderkette für lediglich 525 Mill. Euro erworben. Der schillernde Unternehmer aus Beverly Hills wollte den Konzern bereits zu Jahresbeginn an Springer für 2,45 Mrd. Euro verkaufen. Doch das Geschäft scheiterte schließlich am hartnäckigen Widerstand der Wettbewerbsbehörden.

Härtester Konkurrent für Permira/KKR war offenbar bis zum Schluss die türkische Mediengruppe Dogan, während das Finanzinvestoren-Konsortium um Apax und Goldman bereits früh aus dem Rennen gewesen sei. Auch der Medienkonzern Mediaset des früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi hatte für Pro Sieben Sat 1 geboten. Der Medienunternehmer Saban hatte auf eine rasche Veräußerung des Fernsehkonzerns (Sat 1, Pro Sieben, Kabel 1, N 24, Neun Live) gedrängt.

Bayern bejubelt das Geschäft

In Bayern ist die Freude über die neuen Besitzer KKR und Permira groß. „Das ist ein gute Botschaft. Der Zuschlag für KKR und Permira wird Pro Sieben Sat 1 stärken“, sagte Wolf-Dieter Ring, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Medien (BLM), dem Handelsblatt. Die Finanzinvestoren planen nach Angaben von Insidern eine Verschmelzung ihres in Amsterdam ansässigen Fernsehkonzern SBS Broadcasting mit Pro Sieben Sat 1. Durch die Fusion würde nach dem Luxemburger Fernsehkonzern RTL Group die größte europaweite Sendergruppe entstehen. „Diese Übernahme internationalisiert Pro Sieben Sat 1. Das ist gut für das Unternehmen und für den Standort Bayern“, sagt Ring. Auch Michael Bohn, CEO der Mediaagentur-Gruppe Zenith Optimedia, lobt die anvisierte Fusion: „Die europäische Dimension dieses Deals ist der eigentliche Clou.“

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