Verkauf
Blackberry spricht auch mit Google und SAP

Blackberry hat schon bessere Zeiten erlebt. Nachdem der einstige Smartphone-Pionier mit Fairfax Financial eine Vereinbarung geschlossen hatte, gibt es jetzt Spekulationen über einen kompletten Verkauf.
  • 1

New York/San FranciscoDer angeschlagene Smartphone-Pionier Blackberry spricht Kreisen zufolge auch mit SAP, Google und Cisco Systems über einen kompletten oder teilweisen Verkauf. Das sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Das Unternehmen hatte mit dem Versicherer Fairfax Financial des kanadischen Milliardärs Prem Watsa eine vorläufige Vereinbarung geschlossen, wonach Blackberry für 4,7 Milliarden Dollar gekauft und von der Börse genommen werden soll. Ein Geschäft mit einer der High-Tech-Firmen wäre dazu die Alternative.

Blackberry hat potenzielle strategische Investoren gebeten, bis Anfang kommender Woche Interessensbekundungen abzugeben. Darunter sind auch Intel sowie die koreanischen Smartphone-Hersteller Samsung und LG Electronics. Ob Firmen Gebote abgeben, war zunächst unklar. Dem Vernehmen nach gibt es ein besonders großes Interesse Blackberry-Servernetz und den Patenten. Allerdings dürfte sich der Wert der Patente und Lizenzvereinbarungen in den kommenden eineinhalb Jahren halbieren, wie aus Unternehmensunterlagen hervorgeht.

Analysten schätzen den Wert des Servernetzes zur Verarbeitung verschlüsselter Nachrichten auf 3 bis 4,5 Milliarden Dollar. Die Patente könnten demnach zwei bis drei Milliarden Dollar wert sein. Zudem verfüge Blackberry über Reserven und Beteiligungen in Höhe von 3,1 Milliarden Dollar. Der Bernstein-Analyst Pierre Ferragu geht aber davon aus, dass Blackberry innerhalb von eineinhalb Jahren fast zwei Milliarden Dollar der Barreserven aufbrauchen wird.

Blackberry hatte im September Investoren mit einem Quartalsverlust von fast einer Milliarde Dollar verschreckt. So muss das Unternehmen viel Geld abschreiben, weil das neue Smartphone Z10 ein Ladenhüter ist.

Die vom Deutschen Thorsten Heins geleitete Firma war einst bei Smartphones führend. Die Geräte waren vor allem bei Managern beliebt, weil sie damit schon vor Jahren unterwegs E-Mails schreiben konnten. Inzwischen verliert Blackberry aber immer mehr Marktanteile an Telefonhersteller, die auf das Betriebssystem Android von Google setzen. Auch Apple hat Blackberry mit dem iPhone schon lange hinter sich gelassen.

SAP, Google, Cisco, Intel und LG lehnten eine Stellungnahme ab. Bei Samsung war zunächst niemand zu erreichen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Verkauf: Blackberry spricht auch mit Google und SAP"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Jawoll Blackberry an SAP, da passt wenigstens die Produkt Qualität wie die Faust auf´s Auge gut zusammen!

    ... sagt ein genervter SAP Basis Administrator!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%