
LondonDie Citigroup könnte beim Verkauf des Musikkonzerns EMI laut einem Zeitungsbericht mehr als vier Milliarden US-Dollar einspielen. Damit erhielte die Bank rund drei Viertel der Kreditsumme zurück, die sie dem früheren EMI-Eigner Guy Hands geliehen hatte, berichtet die „Financial Times“ am Mittwoch mit Verweis auf Insider. Der Preis hänge letztlich davon ab, ob das Musikunternehmen als Ganzes verkauft werde oder das Musik- und Verlagsgeschäft getrennt voneinander veräußert würden. Es gebe mehr als zehn Interessenten, berichtet das Blatt weiter. Vier bis sechs davon wollten die jetzige Konzernstruktur erhalten.
Als Bieter werden Sony Universal, Warner Music und BMG, ein Gemeinschaftsunternehmen zwischen KKR und Bertelsmann, genannt. Sollte einer der Marktführer wie Universal oder Sony den Zuschlag erhalten, dürften die Kartellbehörden aber den Verkauf erheblicher Konzernteile fordern, um das Geschäft durchzuwinken. Die Citigroup, der das Unternehmen im Februar in die Hände fiel, weil der britische Finanzinvestor Guy Hands seine Milliardenkredite für den EMI-Kauf nicht mehr bedienen konnte, werde in dieser Woche ersten Bietern die Bücher für eine intensive Buchprüfung öffnen. Eine zweite Runde dürfte es bis Mitte September geben. Das Kronjuwel des traditionsreichen britischen Konzerns ist die Musik der Beatles, zudem hat EMI Stars wie Coldplay, Katy Perry, Robbie Williams oder Herbert Grönemeyer unter Vertrag.