Verkauf der Anteile: Kofler verunsichert Premiere

Verkauf der Anteile
Kofler verunsichert Premiere

Premiere-Chef Georg Kofler hat am gestrigen Dienstag Kasse gemacht. Überraschend hat Kofler sein Aktienpaket von 11,4 Prozent am führenden deutschen Bezahlsender für 180 Mill. Euro verkauft. An den Börsen führte die Nachricht zu einem Kurseinbruch. Denn der Verkauf heizte die Spekulationen an, Kofler, der Premiere viele Jahre lang geprägt hat, könne sich aus dem Unternehmen zurückziehen.

DÜSSELDORF. „Wenn sich der große Zampano verabschiedet, ist das für mich ein Alarmzeichen“, sagt Klaus Schneider von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger. Premiere in seiner heutigen Gestalt ist vor allem das Werk des Südtirolers Kofler. Er hatte die Führung des Senders im Januar 2002 übernommen. Kurz darauf brach das Kirch-Imperium zusammen – dafür waren die Milliardenverluste des zur Gruppe gehörenden Privatsenders zum großen Teil verantwortlich. Anfang 2003 kaufte ein Konsortium aus institutionellen Anlegern und Privatinvestoren den Sender. Kofler stieg damals mit gut zehn Prozent ein, sanierte den Sender und brachte Premiere im Frühjahr 2005 an die Börse, zum Kurs von 28 Euro je Aktie.

Seither gab es immer wieder Spekulationen, Kofler werde sein Paket versilbern. Allerdings hatte die Premiere-Aktie im vorigen Jahr stark an Wert verloren, nachdem der Sender die Pay-TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga Ende 2005 an den Konkurrenten Arena verloren hatte. In der vergangenen Woche hatte Kofler dann eine weit reichende Zusammenarbeit mit Arena verkündet, das Premiere-Papier legte daraufhin sprunghaft zu.

Auf die Verkaufsankündigung reagierten die Börsen dementsprechend verärgert. Der Kurs der Aktie sank zeitweise um gut sieben Prozent auf 16,25 Euro, erholte sich am Nachmittag aber deutlich und war nur noch drei Prozent im Minus. Die Verunsicherung blieb dennoch zu spüren. „Seine Tage bei Premiere sind gezählt“, hieß es bei einem TV-Sender. Auch ein Weggefährte erklärte, dieser Schritt sei ein Signal für Koflers bevorstehenden Ausstieg.

Kofler versuchte, die Wogen zu glätten: „Meine Lebensplanung hat sich nicht verändert.“ Er bleibe Vorstandschef bei Premiere. Der Verkauf des Pakets habe rein geschäftliche Gründe. Um die Spekulationen an den Märkten zu zerstreuen, reagierte der Vorstandschef kurzfristig. Er werde für 20 Mill. Euro Premiere-Aktien zurückkaufen, damit verdoppelte er die ursprünglich genannte Summe. Dennoch wird der bisherige Hauptgesellschafter zum Kleinaktionär. Künftig wird er nach eigenen Angaben nur noch rund 1,5 Prozent an Premiere halten.

„Meine Berater haben gesagt, Georg, das musst du schnell machen. Ich wollte nach vier Jahren endlich mein Mezzanine-Darlehen ablösen“, sagte Kofler am Dienstag dem Handelsblatt. Der Vorstandschef hatte den Kauf seines Aktienpakets vor allem mit Hilfe von Banken finanziert. Er bestätigte dem Handelsblatt, dass aus dem Geschäft ein privater Gewinn von mehr als 50 Mill. Euro übrig bleibe. „Ich bin ein glücklicher Mann“, sagte der Südtiroler.

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