Verkauf der BMG Music Publishing
BC Partners steigt bei Bertelsmann-Auktion aus

Wenige Tage vor Ablauf der Frist haben sich die Reihen der Interessenten für die Bertelsmann-Tochter BMG Music Publishing gelichtet. Nach Informationen des „Handelsblatt“ ist der Finanzinvestor BC Partners ausgestiegen. Ein Bertelsmann-Sprecher wollte zum Stand des Verkaufs nicht Stellung nehmen.

FRANKFURT. Bertelsmann will den Musikverlag verkaufen, um mit dem Erlös Schulden zu reduzieren. Sie waren auf 4,5 Mrd. Euro gestiegen, weil vom Aktionär Groupe Bruxelles Lambert ein Bertelsmann-Aktienpaket zurückgekauft worden war. Die aktuellen Angebote für die Tochter sollen bei „1,5 Milliarden Euro plus“ liegen.

Die Interessenten haben noch bis Ende August Zeit, ihre verbindlichen Angebote abzuliefern. Dabei zeichnet sich ab, dass vor allem Konsortien bestehend aus einem Musikkonzern und Finanzinvestoren bieten werden. So hat sich EMI mit der Private-Equity-Gesellschaft KKR zusammengetan. Im Rennen sollen auch noch Warner Music und Universal Music sein – angeblich ebenfalls mit Finanzinvestoren.

Hintergrund dieser Konsortien sind den Informationen zur Folge einerseits die strengen kartellrechtlichen Vorgaben. Anderseits benötigen die Finanzinvestoren das Know-how der Konzerne etwa bei der Wahl der richtigen Künstler. Die Gestaltung dieser Künstler-Rechte bereitet den Interessenten allerdings auch mächtig Kopfschmerzen. „Bertelsmann ist sehr restriktiv und bietet hier keinerlei Gewährleistung“, heißt es in Finanzkreisen. Die meisten Verträge mit Künstlern laufen nur zwei bis drei Jahre. Ob er danach bei der Stange bleibt, ist aber ungewiss – ein Risiko für Investoren.

Dennoch gehen alle Beteiligten davon aus, dass der Verkauf planmäßig über die Bühne gehen wird. In einem Brief an die Mitarbeiter sicherte Bertelsmann-Chef Gunter Thielen gestern zu, die Verschuldung bis Ende 2007 auf die internen Vorgaben zurückzufahren. „Wir arbeiten weiter an unserem Ziel, die Umsatzrendite von zehn Prozent im Jahr 2007 zu erreichen“, heißt es weiter. Ein internes Gutachten der Boston Consulting Group habe ergeben, dass man „jedes Jahr intern und extern fünf bis acht Prozent wachsen“ könne.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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