Verkauf unter Finanzinvestoren
Kabel Deutschland wechselt den Besitzer

Medienberichte aus der Vorwoche haben sich bestätigt: Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland ist verkauft worden. Es handelt sich um ein Milliardengeschäft.

HB MÜNCHEN. Der Finanzinvestor Providence Equity übernimmt die Anteile der bisherigen Miteigentümer Apax Partners und Goldman Sachs Capital Partners und wird so zum einzigen Großaktionär mit 95 Prozent der Anteile; die restlichen Anteile liegen beim Management. Eine Übereinkunft sei am Montag erzielt worden, teilte die Kabel Deutschland GmbH (KDG) in München mit. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2006 über die Bühne gehen. Der Wert der Transaktion liegt nach Informationen aus dem Umfeld des Unternehmens bei 3,2 Mrd. Euro.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Für die Finanzinvestoren hat sich das Geschäft aber in jedem Fall gelohnt. Das Konsortium hatte vor knapp drei Jahren für gut 1,7 Mrd. Euro sechs Kabelgesellschaften von der Deutschen Telekom übernommen und daraus die KDG geformt. Seither erhielten die Gesellschafter hohe Ausschüttungen. Ein Zickzackkurs und Managementprobleme hatten allerdings den Kabelkonzern in der Vergangenheit paralysiert.

Kabel Deutschland betreibt die Kabelnetze in 13 Bundesländern und kam zuletzt auf einen Jahresumsatz von gut einer Milliarde Euro. Providence kündigte an, der Expansionskurs solle beschleunigt werden. „Kabel Deutschland ist Europas größter Kabelnetzbetreiber und hervorragend aufgestellt, um vom erwarteten Aufschwung im Geschäft mit Breitbanddiensten und digitalen Fernsehangeboten zu profitieren“, sagte Providence-Europa-Chef John Hahn. Dabei will KDG vor allem das so genannte Triple-Play-Angebot ausbauen, bei dem die Kunden über das Kabel fernsehen, im Internet surfen und telefonieren können.

Die neuen Besitzer kennen das Kabel- und Mediengeschäft gut. In diesem Jahr waren sie in Spanien, Schweden und in den Niederlanden bei Kabelnetzbetreibern eingestiegen. Außerdem sind sie am Hollywood-Studio MGM und am Satellitenkonzern Panamsat beteiligt.

Der vom Europa-Chef von Providence Equity, John Hahn, eingefädelte Deal ist kartellrechtlich brisant. Providence gehört zu den Besitzern von Pro Sieben Sat 1. Die Amerikaner waren Mitglied der Investorengruppe um den Milliardär Haim Saban. Derzeit bemüht sich der Zeitungskonzern Springer, die Bedenken des Kartellamts gegen eine Übernahme zu entkräften. Sollte die Behörde sich gegen eine Fusion mit Springer aussprechen, fällt der Konzern an Saban und seine Partner, darunter Providence, zurück.

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