Verkauf von Pro Sieben angeboten
Springer gibt im Kartellstreit nach

Im Tauziehen um die Übernahme des Fernsehkonzerns Pro Sieben Sat 1 zieht Axel Springer eine letzte Trumpfkarte. 17 Stunden vor Ablauf der Frist beim Bundeskartellamt bietet Europas größter Zeitungskonzern überraschend den Verkauf des Senders Pro Sieben an.

fo/hps BERLIN. Wie Springer gestern Abend mitteilte, sei man bereit, Pro Sieben – den bisherigen Gewinnbringer der Sendergruppe (Sat 1, Pro Sieben, Kabel 1, N 24, Neun Live) – nach dem Vollzug der Fusion auszugliedern und zu verkaufen. Das Kartellamt forderte für die Genehmigung der Transaktion gestern aber, dass ein Verkauf bereits vor dem Zusammenschluss erfolgen müsse – dieser Punkt bleibt also umstritten.

Mit dem Herauslösen von Pro Sieben kann Springer in letzter Minute ein Veto der Bonner Wettbewerbsbehörde verhindern. Behördenchef Ulf Böge hatte in einem Zwischenbescheid gefordert, einen der großen Sender wie Pro Sieben und Sat 1 oder die „Bild“-Zeitung zu verkaufen. Die Abgabe eines Senders hatte Springer-Chef Mathias Döpfner bislang strikt abgelehnt.

Nach Angaben von Kartellamtspräsident Böge „wäre eine Genehmigung jetzt vorstellbar“. Das neue Springer-Angebot „löst auf dem Fernseh-Werbemarkt eine deutliche Verbesserung aus“, sagte Böge dem Handelsblatt. „Wir würden das akzeptieren unter der aufschiebenden Bedingung“, dass der Sender Pro Sieben zuvor an einen unabhängigen Dritten veräußert werde. Auch dieses Geschäft müsse vom Kartellamt freigegeben werden. Erst dann dürfe der Springer Verlag die Sat 1-Sendergruppe übernehmen.

Ihre endgültige Entscheidung will die Behörde bis 20. Januar bekannt geben. Damit ist klar, dass Springer an diesem Tag nicht wie bisher erwartet eine Untersagungsverfügung bekommt, sondern eine Art vorläufige Freigabe.

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