Verkauf von Pro Sieben Sat 1
Finanzinvestoren formen TV-Riesen

Deutschlands größter Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 wird an die beiden Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und Permira verkauft. Diese besitzen bereits eine europäische Senderkette, die mit dem deutschen Wettbewerber zusammengelegt werden soll. KKR und Permira haben nach Angaben von Beteiligten das höchste Gebot abgegeben.

DÜSSELDORF. Der Medienunternehmer Haim Saban und seine Finanzpartner gaben den zwei Beteiligungsgesellschaften den Zuschlag. Das wurde aus Verhandlungskreisen bekannt. Die bayerische Staatskanzlei – Pro Sieben Sat 1 hat in München seinen Sitz – bestätigte das Geschäft. Eine offizielle Mitteilung soll in absehbarer Zeit folgen. Der Preis soll bei annähernd drei Mrd. Euro liegen.

Damit ist eine wochenlange Bieterschlacht um die Münchener Sendergruppe (Sat 1, Pro Sieben, Kabel 1, N 24, Neun Live) zu Ende. Neben KKR und Permira hatten auch die türkische Mediengruppe Dogan Yayin sowie die Finanzinvestoren Goldman Sachs und Apax verbindliche Angebote vorgelegt. „Dogan ist am Kartellamt gescheitert“, hieß es bei einem befreundeten Medienkonzern. Saban habe bei Kartellamtschef vorgefühlt und eine Absage bekommen. Um ein erneutes Veto zu vermeiden, hätten KKR und Permira den Zuschlag erhalten, obwohl ihr Angebot nur knapp über das von Dogan gelegen hätte. An der Mediensparte von Dogan hatte sich kürzlich der Printkonzern Axel Springer beteiligt. Ursprünglich wollte der „Bild“-Konzern die Sendergruppe für 2,45 Mrd. kaufen, scheiterte aber im Februar an den Wettbewerbsbehörden.

Der türkische Konzern nahm seine Niederlage gelassen. „Wir haben nur knapp verloren und wollen verstärkt in verschiedenen Ländern nach Möglichkeiten für Zukäufe Ausschau halten“, hieß es in Unternehmenskreisen. Dogan ist in Deutschland bereits mit zwei Fernsehkanälen und der Tageszeitung „Hürriyet“ präsent. Mit dem Zeitschriftenkonzern Burda gibt es in der Türkei ein Joint-Venture.

KKR und Permira werden künftig 50,5 Prozent der Aktien an Pro Sieben Sat 1 halten. Nach Angaben aus Verhandlungskreise hätte das Tandem einen Preis von knapp 29 Euro gezahlt. Die Aktie sank am Donnerstagnachmittag um 0,72 Prozent auf 23,51 Euro.

Die neuen Besitzer wollen nach Branchenangaben Pro Sieben Sat 1 mit der Sendergruppe SBS Broadcasting zusammen legen. Damit würde ein europäischer Fernsehkonzern entstehen. KKR und Permira kauften im Herbst vergangenen Jahres SBS für 1,7 Mrd. Euro. Die von Amsterdam gelenkte Gruppe betreibt derzeit 19 werbefinanzierte TV-Sender in Benelux, Skandinavien und Ost-Europa. Außerdem ist SBS der Marktführer im Bezahlfernsehen in vier nordischen Ländern. Im vergangenen Jahr erzielte die Mediengruppe einen Umsatz in Höhe von 880 Mill. Euro. Über den Gewinn macht SBS keine Angaben. Insider in München sagen jedoch, der Gewinn läge bei 200 Mill. Euro. Permira und KKR halten jeweils 37 Prozent an SBS.

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