Verkauf von Waschmaschinen: Samsung setzt auf teure Geräte

Verkauf von Waschmaschinen
Samsung setzt auf teure Geräte

Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung will seinen Marktanteil in Deutschland ausbauen. Die Zahl der verkauften Waschmaschinen soll gar vervierfacht werden. Insgesamt wird bei Elektrogroßgeräten auf hochwertige Produkten gesetzt, um sich dem Preisdruck zu entziehen.

HB STUTTGART. „Wir bieten nicht im Massenmarkt an, wir sind Premiumanbieter“, sagte der Marketing-Direktor der deutschen Samsung-Electronics-Tochter, Thomas Ferrero, am Donnerstag bei der Eröffnung eines Entwicklungszentrums in Stuttgart. Im Massenmarkt sei mit Waschmaschinen, Kühlschränken und Mikrowellen kein Geld zu verdienen. Die vor mehr als einem Jahr eingeschlagene Strategie, Nischen-Produkte im oberen Preissegment anzubieten, gehe auf.

Samsung will die Zahl seiner verkauften Waschmaschinen in Deutschland vervierfachen. Angestrebt werde eine Zahl von 100 000 Maschinen in diesem Jahr nach 25 000 im Jahr 2005, sagte Ferrero. Das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum soll dabei als Bindeglied zwischen den koreanischen Entwicklern und den europäischen Vertriebszentralen eingesetzt werden, erklärte der Chef der Einrichtung, Michael Laue. Gestartet werde zunächst mit acht bis zehn Mitarbeitern. Mittelfristig soll das Team auf 50 Beschäftigte aufgestockt werden. Konzentrieren werde sich das Arbeit in der Anfangsphase auf die Weiterentwicklung der Waschmaschinenproduktion. Hergestellt werden die Maschinen aber weiterhin in Korea und Shanghai.

Derzeit macht die so genannte „Weiße Ware“ nur knapp zehn Prozent des jährlichen Deutschland-Umsatzes von Samsung Electronics von zuletzt 1,6 Mrd. Euro aus. Das Gros entfällt auf Mobiltelefone, bei denen Samsung seine Marktstellung weltweit in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut hat. Samsung Electronics gehöre derzeit zu den größten drei Elektronik-Anbietern in Deutschland und wolle die führende Position erreichen, sagte Ferrero. Einen Zeitrahmen nannte er nicht. In seinem neuen Forschungszentrum will sich Samsung zunächst auf die Entwicklung von Waschmaschinen für Deutschland und den europäischen Markt konzentrieren.

Der bei Haushaltsgeräten gemeinsam mit Siemens agierende Bosch-Konzern hatte Anfang der Woche den Preisverfall in der Branche auf bis zu 15 Prozent bei Waschmaschinen innerhalb der vergangenen zwei Jahre beziffert. Probleme mit hat auch der Haushaltsgeräthersteller AEG: Das Nürnberger Werk des zum schwedischen Electrolux gehörenden Traditionsherstellers soll wegen des Preisverfalls geschlossen werden, die Fertigung soll nach Osteuropa gehen. Die gut 1700 Beschäftigten streiken gegen die Schließung.

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